Eine bittere Pille mussten die Marktzeulner Gemeinderäte in der Sitzung am Montagabend schlucken: Die Erlöse aus der Gewerbesteuer, die wichtigste Einnahme der Marktgemeinde, wird 2016 gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich 480.000 Euro sinken.

Trotzdem präsentierte Kämmerer Tobias Grünbeck dem Gremium einen ausgeglichenen Verwaltungshaushalt. Das gelang, weil er nicht die volle Gewerbesteuerrückzahlung in Höhe von 250.000 Euro veranschlagte, sondern nur 80.000 Euro. Die restlichen 170.000 Euro sollen im kommenden Jahr eingeplant werden.


Vier Millionen Gesamtvolumen


Der Gemeinderat billigte einstimmig den Haushalt 2016, der ein Gesamtvolumen von 3,94 Millionen Euro ausweist.

Der Verwaltungshaushalt mit 2,36 Millionen Euro schrumpfte gegenüber 2015 um gut 260.000 Euro.
Die wichtigsten Einnahmen stammen aus der Einkommenssteuerbeteiligung (652.000 Euro), der Schlüsselzuweisung (477.000 Euro) und den Wassergebühren (165.000 Euro). Magere 179.000 Euro fließen als Gewerbesteuer.
Bei den Ausgaben schlägt die Kreisumlage mit 592.400 Euro zu Buche. Die Personalkosten betragen 339.000 Euro, die Umlage für die Verwaltungsgemeinschaft Hochstadt-Marktzeuln liegt bei knapp 300.000 Euro.

Im Vermögenshaushalt rechnet der Kämmerer mit 1,59 Millionen Euro (2015: 2,23 Millionen Euro). Die Mindestzuführung konnte mit 172.000 Euro konnte erreicht, allerdings kann aus dem Verwaltungshaushalt kein Cent dem Vermögenshaushalt zugeführt werden. Das entspricht in diesem Jahr nicht den gesetzlichen Bestimmungen.


808 Euro Schulden pro Kopf


Die Verschuldung der Gemeinde beläuft sich zum Jahresende auf 1,226 Millionen Euro, das entspricht eine pro Kopfverschuldung von 808 Euro. Die Tilgung von Krediten beträgt 79.050 Euro.

Bürgermeister Gregor Friedlein-Zech und der Kämmerer bezeichneten die finanzielle Lage der Marktgemeinde als leicht angespannt. Die im Vermögenshaushalt veranschlagten Neuinvestitionen wurden zum Teil bezuschusst oder - wie bei den Verbesserungsbeiträgen für die Wasserversorgung - auf die Bürger umgelegt.

"Es wird auch in diesem Jahr versucht, den Darlehensbedarf über attraktive Förderprogramme zinsgünstig zu decken", sagte der Bürgermeister. Kämmerer Grünbeck machte deutlich, dass der Haushalt unter Beachtung der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit aufgestellt wurde. "Der gemeindliche Haushalt ist in weiten Teilen und vor allem immer mehr fremdbestimmt, es ist kaum eine disponible Masse vorhanden", stellte er fest.


Der Investitionsplan steht


Auch den Investitionsplan für die Jahre 2017 bis 2019 beschloss das Gremium einstimmig. Der Brandschutz in der Marktzeulner Grundschule wird 100.000 Euro kosten. 2019 ist vorgesehen, ein neues Löschfahrzeug für die Marktzeulner Feuerwehr anzuschaffen, das etwa 350.000 Euro kosten wird. Für die Ausweisung neuer Baugebiete werden 300.000 Euro veranschlagt. Für die Verbesserung der Wasserversorgung durch den Anschluss an das Fernwassernetz und die Verlegung neuer Leitungen investiert die Gemeinde 1,22 Millionen Euro.

Im Haushalt 2015 hatte man bereits 373.000 Euro vorgesehen. Die Beiträge der Einwohner betrugen 46.000 Euro. In diesem Jahr müssen Rechnungen in Höhe von 812.000 Euro bezahlt werden, denen Einnahmen in Höhe von 751.000 Euro gegenüberstehen. Die dritte Beitragsrate wird 2017 mit 470.000 Euro erhoben.

Dritter Bürgermeister Erwin Grünbeck (CSU) erkundigte sich nach einer möglichen Niederlassung einer Ärztin in Marktzeuln. Bürgermeister Friedlein-Zech bezeichnete das als ein Gerücht, die Bundesärztekammer habe hiervon jedenfalls keine Kenntnis.


LED rechnet sich


Hubert Gehrlich (Freie Wählergemeinschaft Marktzeuln) zog in Zweifel, ob sich eine neue LED-Straßenbeleuchtung für 18.000 Euro amortisieren wird. "Das rechnet sich auf jeden Fall", entgegnete der Bürgermeister. Die bestehenden Quecksilberdampflampen, die ausgetauscht würden, hätten einen sehr hohen Stromverbrauch.