Schön ist anders. Die mächtigen Lärmschutzwälle, die in den kommenden fünf Jahren zu beiden Seiten der A 73 im Bereich zwischen Bad Staffelstein und Horsdorf aufgeschüttet werden, müssen vor allem zweckmäßig sein.
Mit dem Bau begonnen wurde bereits auf der östlichen, Horsdorf zugewandten Seite der A 73. Der Boden, auf dem der Dammfuß stehen wird, war zuvor geologisch untersucht worden, denn er ist das Fundament, auf dem der Wall mit seinen Erdmassen fußt.

Das Material fürs Aufwerfen des Walls liefert die Baufirma Leonhard Weiss. Es kommt von der ICE-Baustelle bei Breitengüßbach und Zapfendorf. Insgesamt werden für das Aufschütten der beiden Wallanlagen rund 145 000 Kubikmeter Aushubmaterial benötigt, erklärt der Staffelsteiner Bauamtsleiter Michael Hess: 89 000 Kubikmeter für den östlichen Wall und 56 000 für den westlichen.


570 Meter langes Bollwerk

Der Wall auf der Ostseite ist rund 650 Meter von den ersten Horsdorfer Häusern entfernt. Wegen der bestehenden Unterführung der Straße von Horsdorf nach Eichelsee ist dieser Wall geteilt - 380 Meter misst das längere Stück vom Lauterbach bis zur Unterführung, 190 Meter das kürzere von der Unterführung bis zum Waldrand.
Auf der Westseite der Autobahn wird im Mai damit begonnen, den Dammfuß vorzubereiten. Der Wall wird hier rund 400 Meter lang und ist etwa 750 Meter von der nähesten Bebauung in der Lessingstraße entfernt.


Wände schließen die Lücken

Die fertigen Wälle, so ist es geplant, werden die Fahrbahn bis zu fünf Meter überragen. An Stellen, an denen keine Erde aufgeschüttet werden kann, sind Lärmschutzwände vorgesehen. Im Bereich der Autobahnbrücke über die Horsdorfer Straße schließt sich der Wall an die bestehende Lärmschutzwand an.

Vorausgegangen war ein Planfeststellungsverfahren der Autobahndirektion. Die Lärmbelastung der Bürger wurde gemessen, die Daten in einem Gutachten zusammengestellt. In Bürgerversammlungen hatte die Stadtverwaltung dann ausgelotet, ob ein solches, stark in die Landschaft eingreifendes Bauwerk, überhaupt gewünscht und benötigt wird. "Gerade in Horsdorf waren die Bürger sehr interessiert an einem Lärmschutzwall", sagt Bauamtsleiter Hess.

Die Kosten der beiden Wälle lassen sich zwar jetzt noch nicht genau beziffern, doch die Stadt komme relativ günstig dabei weg, erklärt Michael Hess, denn den Transport des Aushubmaterials und den Aufbau der Wälle übernimmt die Firma Leonhard Weiss, die das Material sonst anderswohin auf eine Deponie bringen müsste. Die Stadt trägt die Kosten für den Grunderwerb, die Lärmschutzwände an den Anbindungsstellen, die Bauüberwachung und die Bodenproben. Die Überwachung des angelieferten Aushubs ist gesetzlich vorgeschrieben. Das Landratsamt Lichtenfels hatte der Stadt deshalb für den Bau zur Auflage gemacht, ein Ingenieurbüro zu beauftragen, regelmäßig Bodenproben zu ziehen.

Nach Abschluss der Bauarbeiten werden die Wälle begrünt. Immerhin liegen sie in einem touristisch stark genutzten und landschaftlich hoch sensiblen Bereich in der Sichtachse von Staffelberg, Veitsberg und Kloster Banz. Damit sich die Wälle besser in die Landschaft einfügen, erstellte die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Lichtenfels dafür bereits ein Begrünungskonzept.