Großer Auftrieb am Staffelsteiner Bahnhof. Die Deutsche Bahn hatte zur Zugtaufe geladen. Exemplarisch für zehn Züge, die jeweils einen Ortsnamen erhielten, wurde im Staffelsteiner Bahnhof der Schriftzug "Bad Staffelstein" samt Stadtwappen von Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) und dem Geschäftsleiter der DB-Regio Nordostbayern, Uwe Domke, enthüllt. Die Umstehenden - geladene Delegationen aus den jeweiligen Patenorten - klatschten artig Beifall.

Bürger konnten abstimmen

Zustande gekommen ist das "Zugtauf-Event" der Bahn durch die Abstimmungskampagne "Unser Zug - Ihr Heimatort. Jetzt abstimmen für zehn Zugtaufen". Künftig fahren also zehn der 22 Triebzüge mit den Namen eines siegreichen Ortes durch das fränkisch-thüringische Land.
Die DB Regio Nordostbayern hatte im Mai und Juni die Bürger der Gemeinden entlang des Streckennetzes befragt, ob sie für einen Zug mit dem Namen ihres jeweiligen Heimatortes stimmen. Per Postkarte und übers Internet konnten die Bürger abstimmen Jene zehn Orte, die prozentual zur Einwohnerzahl die meisten Stimmen sammeln konnten, gewannen.

Erster Platz für Bad Staffelstein

Insgesamt beteiligten sich 10 200 Personen aus den 37 Orten, die einen Haltepunkt an der Bahnstrecke des Franken-Thüringen-Express (FTX) haben, an der Abstimmung. Die Züge wurden auf folgende zehn Ortsnamen getauft, wobei für Bad Staffelstein die meisten Bürger votiert hatten: 1. Bad Staffelstein, 2. Förtschendorf, 3. Grub am Forst, 4. Küps, 5. Marktzeuln, 6. Ebensfeld, 7. Ludwigsstadt, 8. Ebersdorf, 9. Pressig und 10. Stockheim.

Beim kleinen Festakt für geladene Gäste im Panoramasaal der Obermain-Therme sagte Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU): "Wir freuen uns, dass wir einen Zug haben, der den Namen Bad Staffelstein trägt."

Kein barrierefreier Bahnhof

Es ist schön, dass die frisch getauften Züge Ein- und Ausstiegsrampen sowie Schiebetritte besitzen, die dem Fahrgast Barrierefreiheit bieten. Doch was ist, wenn der Bahnkunde erst einmal auf dem Bahnsteig steht? Auf dem Staffelsteiner Patenbahnhof sind behinderte Menschen aufgeschmissen, denn der Bahnhof ist noch immer nicht barrierefrei.

Viel Lärm um nichts, könnte man sagen. Es war eine ganz nette PR-Aktion, der praktische Nutzen hält sich in Grenzen.