Auf der A73 von Coburg in Richtung Bamberg hat es zwischen den Anschlussstellen Untersiemau und Lichtenfels-Nord am Montagnachmittag (15. Februar 2021) einen Gefahrguteinsatz gegeben. Zwei Polizisten sind auf einen Pritschenwagen aufmerksam geworden, der einen silbernen Behälter geladen hatten - dieser qualmte. 

Die Beamten leiteten den Pritschenwagen auf einen Parkplatz, wie NEWS5 berichtet. Dort stellte sich heraus, dass sich in dem Behälter Aktivkohle befand, die angefangen hatte zu brennen. Wie Timm Vogler, Kreisbrandrat des Landkreises Lichtenfels gegenüber NEWS5 erklärt, sei die Aktivkohle in Brand geraten, weil es durch einen nicht angebrachten Verschlusspfropfen und die eindringende Luftfeuchtigkeit zu einer chemischen Reaktion im Behälter gekommen ist. "Dabei wurde Schwefel-Wasserstoff freigesetzt und begann zu brennen", so Vogler.

Schwelbrand: Polizisten und Fahrer müssen wegen Vergiftung ins Krankenhaus

Die beiden Polizisten und der Fahrer mussten aufgrund einer Rauchgasintoxikation ins Krankenhaus nach Lichtenfels gebracht werden. Insgesamt waren 120 Einsatzkräfte vor Ort, um den Schwelbrand zu löschen. Währenddessen hat es begonnen, stark zu schneien. Doch der Einsatz sei "gut über die Bühne" gegangen, erklärt Vogler abschließend. 

Auf Nachfrage von inFranken.de bei der Verkehrspolizeiinspektion Coburg heißt es, dass Aktivkohle rein rechtlich eigentlich nicht unter "Gefahrstoffe" fällt. Da sich die Kohle durch die chemische Reaktion allerdings selbst entzündet habe und drei Menschen aufgrund einer Rauchgasintoxikation ins Krankenhaus eingeliefert mussten, sei der Einsatz trotzdem gefährlich gewesen. Der Fall wird im Nachgang noch weiter geprüft.