Ein mächtiger Kran auf einem gewaltigen Sockel dominiert die Szenerie. Am Boden liegen tonnenweise schwere Metallspundwände, jede etwa zehn Meter lang, sauber übereinander gestapelt. Ampelbetrieb, die Straße ist auf eine Fahrbahn geschrumpft. Man spürt die Vibrationen in den Füßen, wenn schweres Gerät die Stahlspundwände in den Boden rammt. Die Arbeiten für die Hochwasserfreilegung in Schwürbitz am ehemaligen Festplatz laufen auf Hochtouren.

"Baufortschrittsbesprechung"

Eine 300 Meter lange Mauer sowie ein Pumpwerk sollen Schwürbitz zukünftig vor dem Mainhochwasser schützen. Hier an ihrer tiefsten Stelle wird die Ortsverbindungsstraße nach Michelau bei einem Hochwasser sehr schnell überspült. Das soll nun die Schutzmauer verhindern. Nun fand im Michelauer Rathaus eine "Baufortschrittsbesprechung" statt. Eine Zwischenbilanz wurde gezogen.

Zu dieser Besprechung trafen sich der Bürgermeister Dirk Rosenbauer, Günther Prem und Matthias Trau vom Wasserwirtschaftsamt Kronach sowie Nobert Eiser und Rene Biesenecker von der Gemeindeverwaltung Michelau im Rathaus.

Während in der Kerngemeinde Michelau die Hochwasserfreilegung weitestgehend abgeschlossen ist, laufen die Arbeiten im Ortsteil Schwürbitz auf Hochtouren. Die Spundwände sind zu gut einem Drittel eingerammt. Die Metallwände werden später mit einer Betonwand verkleidet.

Entlang der Straße wird die Mauer dann ungefähr so hoch sein wie die zuvor vorhandene Hecke. Die bisherige Planung sieht vor, dass im extremen Hochwasserfall zusätzlich auf der Mauer mobile wasserdichte Elemente angebracht werden. Diese erhöhen die Mauer um 50 Zentimeter. Damit liegt dann die Oberkante der Schutzmauer rund 30 Zentimeter höher als das befürchtete Jahrhunderthochwasser.

Ob es jedoch bei diesen mobilen Elementen bleibt, darüber wird noch heftig diskutiert. Aktuell prüft man, ob eine fest angebrachte stationäre 50 Zentimeter hohe Glaswand nicht die sinnvollere Alternative wäre. Während nämlich die mobilen Elemente von der Feuerwehr immer wieder auf- und abgebaut werden müssen, und dies möglicherweise mehrmals im Jahr, entfiele bei den Glaselementen dieser Arbeitsaufwand ebenso wie die Lagerung der mobilen Elemente.

Welche der beiden Lösungen die kostengünstigere ist, müssen die Vergleichsrechnungen zeigen. Die endgültige Entscheidung trifft der Gemeinderat.

Mobiles Tor bleibt erhalten

Geblieben ist in der Planung das große mobile Tor mit einer Breite von 15 Metern. Damit bleibt die Einfahrt zum jetzigen Parkplatz erhalten. Das Tor wird im Hochwasserfall mit Dammbalkenverschlüssen verschlossen. Hierbei handelt es sich um Aluminiumbretter, die in vorfertigte Profile eingebracht werden. Das Wasser, das vom gegenüberliegenden Hang in Richtung Main läuft, wird hinter der Mauer mit einem Rohr aufgefangen und zu einem Pumpwerk geleitet, das das Wasser in den Main pumpt.

Wo's klemmt, das zeigt sich immer erst in der Praxis. An einigen Stellen stieß man beim Einrammen der Spundwände auf einen felsigen Untergrund. Die Profillinie der bereits gesetzten Spundwände verläuft deshalb sehr unterschiedlich. Die Überstände müssen später "abgeschnitten" werden.

Die Schutzmauer soll das Ortsbild auf gar keinen Fall verschandeln. Darauf wurde besonderer Wert gelegt. Deshalb soll die Betonwand mit einer Sandsteinoptik versehen werden. Ansonsten läuft alles planmäßig und man hofft, dass das Frühjahrshochwasser der ausführenden Firma keinen Strich durch den Zeitplan macht.