Ob es doch noch eine Chance gibt? Der Weismainer Bürgermeister Udo Dauer (CSU) schüttelt den Kopf. Nein, er sieht keine Chance mehr. Mit dem Schreiben der beiden Gemüsegroßbauern Fritz Boss und Peter Scherzer kann die Stadt das Kapitel schließen. Gestern zogen sie schriftlich ihr Vorhaben zurück und greifen eine Bürgerinitiative an, die sich gegen das Projekt gebildet hatte. Bürgermeister Dauer sieht das Scheitern auch als Niederlage für die Stadt an.
Die Verwaltung in Weismain mit Bürgermeister hatte sich bemüht, die große Unternehmensansiedlung in das Gewerbegebiet Buckendorf-Fesselsdorf zu holen. Zunächst schien es so, als habe das Projekt gute Chancen. Anfang August besichtigten Mitglieder des Stadtrates, Grundstückseigentümer und Anleger einen Betrieb der Unternehmer in Dinkelsbühl.

Wenig später gründete sich eine Bürgerinitiative mit dem Namen "Monstergewächshäuser". Die Stadt bekäme keine Gewerbesteuer, das Projekt sei mit 350 Metern Länge und 250 Meter Breite zu groß, der Wald, der als Lärmschutz zur Autobahn diene, müsse gerodet werden. In geplanten Wohnheimen würden bis zu 150 osteuropäische Gastarbeiter den Ort überfremden, es würden Tiefbrunnen benötigt und Wassermengen, die zu unabsehbaren Folgen für die Vegetation führen würden.
Auf der anderen Seite war der Stadtrat mit großer Mehrheit für das Projekt, das Bürgermeister Dauer als "Jahrhundertchance" sah, und er sieht immer noch durchaus nennenswerte Gewerbesteuern kommen und weitere positive Aspekte. Auch die Wasserversorgung durch städtische Leitungen war im Gespräch. Er war, nachdem sich das Projekt wegen Protesten im mittelfränkischen Obermichelbach nicht umsetzen ließ, sogar aktiv auf die Firma zugegangen.
Im Schreiben an die Stadt gehen die beiden Unternehmen die Bürgerinitiative hart an: Man habe nie gesagt, dass man aus Tiefbrunnen täglich 1000 Kubikmeter Wasser fördern wolle - tatsächlich scheint in der Stadtratssitzung nur allgemein von einem entsprechenden Bedarf in der Hochsaison die Rede gewesen zu sein, obwohl sich der Sprecher der Bürgerinitiative, Edwin Bergmann, an andere Aussagen erinnert. Auch sei ein Vertreter der Bürgerinitiative bei der Besichtigung in Dinkelsbühl im August dabei gewesen - der Vorwurf, man habe den Betrieb nicht sehen wollen, treffe so nicht zu, so Bergmann.
Doch nun scheint es keinen Weg für eine Lösung mehr zu geben. Einige Grundstücksbesitzer lehnen einen Verkauf an die Firma rundweg ab - und Alternativflächen, die die Stadt ins Gespräch brachte, sah die Firma als nicht geeignet an.