Bürgermeister Bernhard Storath (CSU) und Dritter Bürgermeister Franz Böhmer (FW), ahnen bereits, was blüht. Dennoch fragt Storath zaghaft: "Was wollt ihr?" - "Na, die Macht!" ruft EKG-Präsident Horst Amon und greift beherzt nach dem Schlüssel. Keine Chance, Storath und Böhmer müssen ihn herausgeben, die Jecken stürmen in Rathaus, eilen die Treppen hoch zum Sitzungssaal und singen "ole-ole".
Dort, wo sonst Beratungen und Beschlüsse an der Tagesordnung sind, findet zum Faschingsauftakt eine ganz andere Sitzung statt. Luftballons und Luftschlangen an Wänden und Tischen, Wein, Wasser, Snacks und Süßigkeiten für die Zuhörer - rasch ist der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt.
Präsident Horst Amon führt durch die Sitzung. Erste Aufgabe: Begrüßung des neuen Kinderprinzenpaars. In der Saison 2012/2013 werden Luca Wurster und Anna-Lena Klinke für ein Jahr regieren.
Die Insignien überreichte dem zehnjährigen Luca I. und der neunjährigen Anna-Lena I. die scheidende Kinderprinzessin Ida I.
Bevor es weitergeht, wird Bernhard Storath von seinem Platz aufgejagt: Er ist es, der an diesem Tag für Getränke und Nachschub sorgen muss. Alles Brummeln hilft nichts, Storath schnappt sich Gläser und Flasche, geht von Tisch zu Tisch und schenkt ein. "Wer leer hat, meldet sich beim Bürgermeister", ruft der Präsident den Zuhörern zu.
"Herr Bürgermeister, wollen Sie als Bürgermeister der Schließungen in die Gemeindechronik eingehen?", fragt der Präsident und zählt auf: "Cafe Veitsberg geschlossen, Schlecker geschlossen, Tankstelle geschlossen, Gasthof Zum Schwan geschlossen - was ist denn da los?"
Bernhard Storath will sich verteidigen: "Die Ebensfelder haben halt zu wenig gesoffen. Und außerdem haben wir einen Pizza-Stand, einen Döner-Stand und eine Bratwurstbude!" Alles lacht. Der Bürgermeister sieht jetzt nicht glücklich aus. Er versucht, gegen das herzhafte Gelächter anzugehen: "Bei unseren Gemeinderatssitzungen geht es fei ruhiger zu!" Präsident Amon kontert: "Da sind ja auch weniger Leute!" Storath: "Nee, da wird weniger getrunken."
Das nächste Problem, das der Bürgermeister sich anhören muss, ist die teils schlechte Wasserqualität des Baggersees. Er wird nach der Ursache gefragt. Storath überlegt kurz und antwortet: "Da wird halt einer reingepinkelt haben, ein Badegast oder ein Fisch."
Die Sitzung stockt, weil Bernhard Storath mit dem Nachschenken nicht nachkommt. Franz Böhmer muss mithelfen.
Dann wird eine Entscheidung gefällt: Einstimmig beschließt der Elferrat, dass für den See Tretboote angeschafft werden. Treten wird für Urlauber und Einheimische zur Pflicht. Nur so könne gewährleistet werden, dass der Baggersee nicht mehr umkippt.
Dann schieben die Jecken ein Fahrrad in den Saal - das des Bürgermeisters. Kurz zuvor hatten sie es unbemerkt bei ihm zu Hause entwendet und mit einem Ebensfelder Kennzeichen versehen: EBF BM 1. "Was die Staffelsteiner wollen, haben wir schon", ruft Horst Amon. Ab sofort könne sich jeder bei der EKG ein Nummernschild für sein Fahrrad bestellen.