Dunkel, süffig und unfiltriert ist es, das Adler-Bräu aus End. "Die Leute lieben unser Schwarzes", sagt Mathilde Meußer, Chefin des Landgasthofs Schwarzer Adler. Gebraut wird es nach altem Familienrezept, wie einst im Jahr 1791. "An einem Wochenende mit gutem Biergartenwetter schenken wir vier bis fünf Fässer davon aus, das sind etwa 150 Liter", erklärt Hans Erlbacher, der den Schwarzen Adler zusammen mit Mathilde Meußer führt.

Seit 2008 wird das dunkle Kellerbier wieder gebraut. Davor gab es vier Jahrzehnte lang kein Adler-Bräu, da das Sudhaus bei einem großen Brand 1967 zerstört worden war. "Jetzt lassen wir das Bier in Frauendorf brauen", sagt Erlbacher. "Aber zu Trinken gibt's das nur bei uns."

Die Idee, das Traditionsbier neu aufzulegen war ein voller Erfolg.
"Das hat auch den Biergartenbetrieb richtig belebt", erinnert sich Erlbacher.

Er trägt ein zünftiges rotkariertes Hemd und einen Schnurrbart, wie man sich einen fränkischen Wirt vorstellt. Auch Mathilde Meußer hat zur rotgetönten Kurzhaarfrisur ein fesches Dirndl angezogen, altfränkisch und modern, so soll ihr Gasthof sein. Man merkt, dass sie stolz ist auf den Hof, der über mehrere Gaststuben, Hotelzimmer und einen Biergarten verfügt.

Den Biergarten hinter dem Gasthaus gibt es seit 1992. "Das Besondere bei uns ist die Ruhe", erklärt Meußer. "Wir sind mitten in der Natur. Man schaut auf ein Kornfeld und auf den Waldrand, und abends tummeln sich da auch mal ein paar Rehe und Hasen."

Anfangs sei es jedoch schwierig gewesen mit der versteckten Lage. "Da man den Biergarten nicht von der Straße aus sehen kann, hat es eine Weile gedauert, bis er bekannt geworden ist. Er war auch einer der ersten Biergärten in der Region." Inzwischen gibt es viele Stammgäste, und auch die Mundpropaganda funktioniere, so Meußer. "Zu uns kommen viele Ausflügler aus der Region, Wanderer, Radfahrer und Motorradfahrer", erzählt Erlbacher. "Wir sind ja hier ganz gut zu erreichen von Coburg oder von Bamberg aus."

Besonders gern kämen die Leute zum Essen, sagt sie, "denn im Biergarten gibt es alles von der Speisekarte, mit Bedienung." Sie bietet fränkische Gerichte an, Bräten und Brotzeit. "Der Renner sind im Moment Pfifferlinge und unser Rehschnitzel mit Nusspanade. Haxn'n und Schäufele werden natürlich auch immer gern gegessen."

Als in Staffelstein in den 70er Jahren die Therme entstand, erlebten der Ort und die Umgebung einen ordentlichen Zuwachs an Fremdenverkehr. "Damals ist unser Gottesgarten auch in der Region als Naherholungsgebiet bekannt geworden", erklärt Erlbacher. Auch der Schwarze Adler profitierte davon. "Da kamen dann auf einmal viel mehr Gäste", erinnert sich Meußer, "wir hatten auch schlagartig mehr Übernachtungen." Fürs Geschäft sei's gut gewesen. "Aber das bedeutete natürlich auch mehr Arbeit!"

Seit dieser Zeit beschäftigt Mathilde Meußer Azubis und Mitarbeiter, vorher war der Adler ein reiner Familienbetrieb: Bevor Meußer ihn 1977 übernahm, führten ihre Eltern, Barbara und Wolfgang Dinkel den Schwarzen Adler. Und davor deren Eltern. Seit die "Schenke" in End 1570 eröffnet wurde, ist sie im Besitz der Familie. "Ich bin jeden Tag hier im Gasthaus, auch am Wochenende", sagt Meußer. Urlaub gibt es nur einmal im Jahr. "Aber das bin ich gewohnt, das macht mir nichts aus. Ich freue mich jeden Tag auf die Gäste."