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Altenkunstadt
Bürgerinitiative

Der Zankapfel auf dem Dach des Altenkunstadter Wohnhochhauses

Die BI Mobilfunkstandort Altenkunstadt fordert den baldigen Abbau des Mobilfunkmastes auf dem Wohnhochhaus.
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Das Altenkunstadter Wohnhochhaus mit den noch nicht abgebauten Mobilfunksendeanlagen Foto: privat
Das Altenkunstadter Wohnhochhaus mit den noch nicht abgebauten Mobilfunksendeanlagen Foto: privat

Im Juni 2014 beschloss der Gemeinderat Altenkunstadt einstimmig, dass bezüglich der Mobilfunkversorgung von Altenkunstadt und seinen Ortsteilen endlich ein konstruktiver Weg zum Wohle der Bürger gegangen werden muss. Unter anderem wurde rechtskonform beschlossen, dass die Strahlenbelastung der bewohnten Gebiete zu minimieren ist und dort keine Mobilfunkanlagen entstehen sollen. Anstoß für diese Beschlussfassungen war eine von der Bürgerinitiative (BI) Mobilfunkstandort Altenkunstadt vorgelegte Unterschriftensammlung. Insgesamt wurden fast 3000 Unterschriften von Bürgern aus Altenkunstadt und seinen Ortsteilen vorgelegt.

Diese erste Altenkunstadter Feldanalyse definiert den Wunsch der Mehrheit der wahlberechtigten Bürger nach einem strahlenminimierten Weg bezüglich der Mobilfunkversorgung. Schon 2014 zeigten viele hundert wissenschaftlich fundierte Studien, dass elektromagnetische Strahlung von Mobilfunkmasten, WLAN, Schnurlostelefonen et cetera schwere körperliche Schäden bis hin zu DNA-Strangbrüchen und Krebserkrankungen verursachen können und folglich Vorsorge angebracht ist. Aktuell weisen 500 Studien des EMF-Portals (Referenzdatenbank der Bundesregierung und WHO) auf zellverändernde Wirkungen durch die möglicherweise Krebs hervorrufende Wirkung von Mobilfunkstrahlung hin.

In den letzten sechs Jahren wurden zum Beispiel strahlungsminimierte Schnurlostelefone in den Kindergärten installiert und in der Grundschule wurde auf WLAN verzichtet. Auch wurde der Mobilfunkmast auf dem BMF-Gebäude vom Anbieter abgebaut und der Glasfaserausbau vorangetrieben. Besonders bedeutend war jedoch die Beauftragung von kostspieligen, aber notwendigen Gutachten durch das Umweltinstitut in München, um einen idealen Mobilfunk-Alternativstandort zu finden. So kam es 2019 als Ergebnis eines Dialogverfahrens zwischen Gemeinde und Mobilfunkanbieter zum Bau eines zwar ortsnahen, aber immerhin außerörtlichen Mobilfunkmastes auf dem Gemeindeberg (Hangkante Külmitz) von Altenkunstadt. Dieser Alternativstandort versorgt laut Mobilfunkanbieter 4000 Bürger flächendeckend mit Mobilfunk.

Der über 40 Meter hohe Mast mit seinen 15 Sendeanlagen ist aus Sicht der BI mit nur 300 Metern zur Wohnbebauung nicht die beste Lösung aufgrund seiner Ortsnähe, aber ein Kompromiss zur strahlungsminimierten Versorgung. Sinn macht dieser Mast laut BI nur dann, wenn er auch strahlungsminimiert betrieben wird. Ein Antrag auf Beschlussfassung zur regelmäßigen Strahlungskontrolle wurde 2019 von der BI an die Gemeinde gestellt.

Monate sind vergangen

Es sind aber noch nicht alle Beschlüsse umgesetzt. So ist der ursprüngliche Zankapfel auf dem Hochhaus in Altenkunstadt, die dortigen Sendeanlagen, noch immer installiert. Der in einem reinen Wohngebiet installierte Mast wurde vom Mobilfunkanbieter bereits im Kalenderjahr 2019 abgeschaltet, da er durch den Alternativstandort auf dem Gemeindeberg überflüssig ist. Der Mobilfunkanbieter teilte im Kalenderjahr 2019 mit, dass der Abbau in Auftrag gegeben worden sei.

Seither seien Monate vergangen und es sei noch nichts passiert, moniert die BI. Sie fordert eindringlich den baldigen Abbau des Mobilfunkmastes auf dem Wohnhochhaus, wie vom Mobilfunkanbieter in einem aufwendigen Dialogverfahren mit der Gemeinde zugesichert worden sei. Ziel müsse es sein, dass dieser "Strahlungsort", auch wenn er mittlerweile abgeschaltet ist, aus dem dortigen Wohngebiet entfernt wird.

Wie der Altenkunstadter Bürgermeister den Sprechern der BI vor einigen Tagen persönlich mitteilte, befürworte er diesen Abbau weiterhin und werde sich dafür auch einsetzen.

Doch nun rolle die "5G-Welle" auf Deutschland zu. Aufgrund der "enormen Strahlenerhöhung, der geringen nützlichen Effekte und eines zu erwartenden Sendeanlagenwildwuchses" ist 5G aus Sicht der BI Mobilfunkstandort Altenkunstadt abzulehnen. Viel interessanter sei sowohl für Privathaushalte als auch für Wirtschaftsunternehmen der Glasfaserausbau. Das sei der Weg, mit dem eine fortschrittliche und gesundheitsorientierte Teilhabe am digitalen Voranschreiten in Verantwortung für spätere Generationen gewährleistet werden könne.red