Das Nedensdorfer Dreschfest fördert Kindheitserinnerungen zutage

2 Min
Die kleine Getreideausstellung fand viele Interessierte.
Die kleine Getreideausstellung fand viele Interessierte.
Niklas lässt sich von Georg Pornschlegel anlernen. Fotos: Franz Böhmer
Niklas lässt sich von Georg Pornschlegel anlernen. Fotos: Franz Böhmer
 
Der Fährmann Gerhard Edelmann setzt die Familie Münchenbach über.
Der Fährmann Gerhard Edelmann setzt die Familie Münchenbach über.
 
Fred Walther mit seiner "Kraftmaschine"
Fred Walther mit seiner "Kraftmaschine"
 
: Das Urgestein aus Nedensdorf - Güldner GL 11
: Das Urgestein aus Nedensdorf - Güldner GL 11
 
Ingrid Paul mit Georg Pornschlegel
Ingrid Paul mit Georg Pornschlegel
 
Ludwig Klemens kontrolliert die Bindeeinrichtung an der Presse
Ludwig Klemens kontrolliert die Bindeeinrichtung an der Presse
 
Tobias Pospischil wirft die Garben Georg Pornschlegel und Maria Schneider zu. Diese legen die Ähren in die Maschine ein.
Tobias Pospischil wirft die Garben Georg Pornschlegel und Maria Schneider zu. Diese legen die Ähren in die Maschine ein.
 
Festplatz
Festplatz
 
Ralf Klemens ist schon über Jahre dabei. Er weiß dass die Kraftübertragung vom Motor auf die Maschine gut funktionieren muss. Das Auftragen des Riemenpechs sorgt für die nötige Haftung an den Riemenscheiben.
Ralf Klemens ist schon über Jahre dabei. Er weiß dass die Kraftübertragung vom Motor auf  die Maschine gut funktionieren muss. Das Auftragen des Riemenpechs sorgt für die nötige Haftung an den Riemenscheiben.
 
Vorsitzende Carmen Bauer unter den Festbesuchern
Vorsitzende Carmen Bauer unter den Festbesuchern
 
Kilian und Niklas - ihre Aufgabe: genau abwiegen und zubinden
Kilian und Niklas - ihre Aufgabe: genau abwiegen und zubinden
 
Gesamtaufnahme
Gesamtaufnahme
 
Dreschbetrieb
Dreschbetrieb
 
Impression
Impression
 
Der Antriebsmotor der Marke Siemens-Schuckert
Der Antriebsmotor der Marke  Siemens-Schuckert
 
Familie Kerner bei der Getreidesortenaustellung
Familie Kerner bei der Getreidesortenaustellung
 
Unfallverhütungsvorschriften anno 1937 am Maschinenhaus
Unfallverhütungsvorschriften anno 1937 am Maschinenhaus
 

Ideale Wetterbedingungen lockten am Sonntag Schaulustige aller Altersklassen zum Dreschfest.

Das Summen der Dreschmaschine und das Brummen von zwei Dieselmotoren legten einen Hauch von Nostalgie über den Dorfplatz.

Vorsitzende Carmen Bauer verhehlte nicht, dass allein das Team um die Dreschgenossenschaft, allen voran Georg Pornschlegel, über 100 Arbeitsstunden geleistet hätte.

Gertrud Faulstich und ihr Mann Baptist sind seit Jahren treue Besucher des Festes. Beim Thema Kuchen und Dreschen fühlt sich Getrud Faulstich sofort zurückversetzt in ihre Kindheit: "Bei bestimmten Bauern gab es für uns Kinder ein Stück Kuchen. Das bleibt einem in ewiger Erinnerung. "

Mit der Sirene kündigte Kilian Klemens die Dreschvorgänge an. "Alles läuft heute gut", meinte Georg Pornschlegel. Dreschmaschine und Presse sind nach einem Probelauf am Samstag aufeinander abgestimmt. Das Dreschgespann besteht aus dem Antriebsmotor, einem 14-kw-Elektromotor der Marke Siemens-Schuckert, der Dreschmaschine der Firma Hummel aus Ehrenstein beim Ulm sowie der Strohpresse der Firma Raussendorf, Typ Wotan.

Ständig umlagert war eine kleine Ausstellung mit acht Getreidesorten und den entsprechenden Ähren. Die Mutter eines sechsjährigen Sohns freut sich: "Wenn ich früher mit meinen Eltern unterwegs war, dann wurden mir auch die Getreidesorten erklärt - schön, dass es diese kleine Ausstellung gibt, man kann Kindern Wissen anschaulich vermitteln. "

Interessiert unterhält sich Ingrid Paul aus Erlangen an der Dreschmaschine mit Georg Pornschlegel. "Ähren in der Hand zu halten, erinnert mich an meine Kindheit: 1940 kam wir aus dem Sudetenland nach Forchheim. Wenn gedroschen wurde, waren wir beim Bauern - Ähren sammeln und einfach so nah wie möglich dabei sein", erzählt die Seniorin. "Wenn Brotzeit gemacht wurde, dann gab es für uns ein Butterbrot. Das schönste Erlebnis hinterher: Wir durften im Dorfweiher baden; das war dann auch wirklich notwendig!"

Gerhard Edelmann holt über

"Wo ist der Fährmann?", ertönt ein Ruf. Gerhard Edelmann setzt sehr zur Freude zahlreicher Wanderer und Radfahrer mit seinem Kahn auf dem Main über. Man freut sich über das nicht alltägliche Erlebnis. So wie das Ehepaar Münchenbach mit den beiden Kindern im Alter von zwölf und sieben Jahren. "Einfach cool", meinen die Kinder. Zwei weitere Raritäten bereichern an diesem Tag das Geschehen: Fred Walther aus Schney hat seinen stationäre "Kraftmaschine", Baujahr 1911 bis 1920, in Betrieb gesetzt. Über 100 Stunden Arbeitszeit hat er investiert, und so läuft der Motor wie anno dazumal. In einer entsprechenden Legende zur Maschine war auch zu lesen, dass es zwischen 1900 und 1920 an die tausend Hersteller solcher Motoren in Deutschland gegeben hat.

Ein Urgestein mit Wurzeln in Nedensdorf, nämlich ein Standmotor Güldner GL 11, zieht interessierte Blicke auf sich. Am 23. Juli 1937 kaufte ihn Josef Nawrocki für seine Schreinerei in Nedensdorf für umgerechnet 1290 Euro. 1955 wurde der Motor still gelegt und war 63 Jahre außer Betrieb. Andreas und Matthias Nawrocki sowie Wolfgang Strohmer nahmen sich des Unikats an. Schon allein das Starten des Motors mit der Handkurbel findet breites Interesse.

Nach Beendigung der Vorführungen heißt es für Georg Pornschlegel, Ludwig, Ralf und Kilian Klemens, Sebastian und Jürgen Bauer, Maria Schneider, Tobias Pospischil und Niklas Cichy aufräumen und sich dann bei einer verdienten Brotzeit am Tisch zu versammeln. Der Dank der Vorsitzenden ist dem gesamten Helferteam gewiss - inbegriffen sin die zahlreichen Kuchenspender.