Es führt kein Weg vorbei am Anschluss der Wolfsdorfer Anwesen an die Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO). Das war das Fazit der Bürgerversammlung im Vereinsheim "Alte Schmiede". "Die zu geringen Schüttungen der Quellen ,Kohmann I' und ,Kohmann II', die Verunreinigung des Trinkwassers durch Kolibakterien und der mäßige Wasserdruck in den höher gelegenen Anwesen zwingen uns dazu", sagte Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU).

Bereits im vergangenen Jahr fand in Wolfsdorf eine Bürgerversammlung statt, um die Dorfbewohner über dieses heikle Thema zu informieren und vorzubereiten. Neben dem Bürgermeister Jürgen Kohmann und zwei Stadträten waren Bauamtsleiter Michael Hess, der angehende Wassermeister Andreas Leicht sowie Wolfgang Polster und Andi Matthes anwesend.

Der Bürgermeister wünschte zum Anfang der Versammlung dem erkrankten Ortssprecher, Andreas Weiß die besten
Genesungswünsche.

Vorschriften sind strenger geworden

"Die Stadt hat zwei wichtige Aufgaben zu erfüllen: Wir sind verpflichtet, den Bürgern qualitativ gutes Wasser zur Verfügung zu stellen und den Feuerschutz zu gewährleisten", sagte das Stadtoberhaupt.
Andi Matthes zeigte auf, wie sich die Vorschriften der Trinkwasserverordnung in den vergangenen Jahren verändert haben. Bis 2003 musste nur einmal im Jahr das Trinkwasser auf Keime oder Bakterien untersucht werden. Ab diesem Zeitpunkt wurden die Untersuchungen auf vier im Jahr plus einer Hauptuntersuchung ausgeweitet, sagte er.

Bei zwei von vier Proben im vergangenen Jahr wurden im Wolfsdorfer Wasser Keime nachgewiesen. "Wahrscheinlich liegt die Dunkelziffer noch höher, da ja nicht ständig untersucht wird", sagte Matthes. Neben der Qualität spiele auch die Quantität des Wassers eine entscheidende Rolle. Eine ausreichende Versorgung bei einem Verbrauch von etwa 48 Kubikmetern pro Tag sei in trockenen Monaten in Wolfsdorf nicht mehr gegeben. Der Bürgermeister fügte hinzu: "Fatal wäre es, wenn es in einem trockenen Monat in Wolfsdorf zu einem Brand käme".

Matthes kam auf die Kosten für einen Anschluss zur Fernwasserversorgung zu sprechen. Diese wären bestehend aus einer zirka 20 Meter langen Zuleitung, einem Schacht und einer Steuerung mit 80 000 Euro überschaubar. "Nirgendwo haben wir so optimale Voraussetzungen zum Anschluss an die Fernwasserversorgung", sagte er.

Erhaltung der Quellen käme viel teurer

Dagegen stünden Kosten in Höhe von etwa 593 000 Euro zur Erhaltung der Wolfsdorfer Quellen. Sie setzen sich folgendermaßen zusammen: Grunderwerb für neues Gebäude (5000 Euro), neues Gebäude für Filteranlagen (60 000 Euro), UV-Anlage (10 000 Euro), Ultrafiltration (30 000 Euro), Trübungsmessgerät mit Elektroschieber (5000 Euro), Druckerhöhung für Ultrafiltration (18 000 Euro), Material für Installation (15 000 Euro) sowie alternativ ein neuer Hochbehälter für höheren Druck mit Grunderwerb und Zuleitung (350 000 Euro). Außerdem würden noch Unterhaltungskosten wie zum Beispiel für Wartungen oder Strom dazukommen, sagte der Stadtmitarbeiter.

"Hinzu kommt, dass die Filteranlage regelmäßig mit zirka 16 Kubikmetern Wasser gespült werden muss. Wasser, das uns wieder fehlt", so Matthes. Der Bürgermeister brachte die Ausführungen seines Mitarbeiters in zwei Sätzen auf den Punkt: "Man könnte durch eine sehr hohe Investition die Qualität des Wassers verbessern. Letztendlich schütten die Quellen jedoch an trockenen Tag zu wenig, um Wolfsdorf ausreichend mit Wasser zu versorgen." Der Bürgermeister weiter: "Ich weiß, dass Wasser ein Politikum ist, und mir wäre nichts lieber, wenn wir Wolfsdorf weiter aus den hiesigen Quellen versorgen könnten."

Auf die Frage, wann es denn zu einem Anschluss an die Fernwasserversorgung käme, konnte das Stadtoberhaupt keinen genauen Zeitpunkt nennen. Die Sache müsse natürlich erst in einer Stadtratssitzung behandelt werden. Eine Bürgerin wollte wissen, was mit dem Quellwasser und dem Hochbehälter passiert. Daraufhin wurden von den Anwesenden Überlegungen angestellt, einen Brunnen zu bauen und das Wasser dort hineinzuleiten, um es für jeden zugänglich zu machen.

Sorge, dass es in den alten Rohren zu Brüchen kommen könnte

Ein Wolfsdorfer hatte Bedenken, dass es durch den höheren Wasserdruck in den bis zu über 115 Jahre alten Wasserleitungen zu Rohrbrüchen kommen könnte. "Wer würde dann für die Kosten bei den anfallenden Reparaturen der Leitung und der Straßen aufkommen?", fragte er.. Kohmann erwiderte, dass man den Wasserdruck steuern könne und eventuelle Kosten für die Reparatur der Straßen nicht auf die Anwohner umgelegt würden. Ein Bürger wollte wissen, ob er in Zukunft einen Druckminderer in sein Haus einbauen lassen müsse. Dies wurde von den Fachmännern mit Ja beantwortet.

Beiträge und andere Themen

Ein weiteres Thema brennt den Wolfsdorfern auf den Nägeln. Da das Vereinsheim "Alte Schmiede" zum Verkauf steht und die Wolfsdorfer Feuerwehr gerne ein Feuerwehrauto besäße, ist schon seit geraumer Zeit ein Feuerwehrhaus-Neubau im Gespräch. Bürgermeister Jürgen Kohmann hatte die Pläne des neuen Feuerwehrhauses in Kümmersreuth mitgebracht, um zu informieren, wie so ein Gebäude aussehen könnte. Knackpunkt an der Sache ist jedoch, ein geeignetes Grundstück zu suchen und zu erwerben.

Eine Bürgerin regte an, die Regenrinne auf der Straße nach Grundfeld zu säubern oder zu erneuern, da diese sehr mit Unkraut zugewuchert sei. Außerdem regte sie an, das Geländer an den Treppen auf dem Weg nach Vierzehnheiligen bis zum Ende der Stufen zu verlängern.