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Bayern schlägt wegen Geflügelpest Alarm: Auch Lichtenfels verschärft Regeln


Autor: Redaktion, Agentur dpa

Lichtenfels, Montag, 24. Oktober 2022

Die Fälle von Geflügelpest nehmen in Deutschland aktuell so stark zu, dass sich Bayern gezwungen sieht, seine Sicherheitsmaßnahmen hochzuschrauben. Das Lichtenfelser Veterinäramt veröffentlicht ebenfalls eine Warnung.
Das Lichtenfelser Landratsamt hat für die Region eine neue Allgemeinverfügung erlassen: Der Auslöser dafür ist die aktuelle Ausbreitung der Geflügelpest.


Der gesamte Freistaat weitet derzeit seine Präventionsmaßnahmen aus, um eine weitere Verbreitung der Geflügelpest zu verhindern. Auch das Lichtenfelser Veterinäramt wendet sich nun mit einer Warnung an Käufer und Halter.

Das Landratsamt reagiert mit einer neuen Allgemeinverfügung: Diese besagt, dass Geflügel im Reisegewerbe nur noch verkauft werden darf, wenn die Tiere höchstens vier Tage vor der Abgabe negativ auf das Virus untersucht wurden, heißt es in einer Mitteilung aus Lichtenfels vom Montag (24. Oktober 2022). "Ziel ist es, eine Einschleppung der Geflügelpest in den Landkreis zu verhindern", erklärt das Landratsamt die Entscheidung.

Geflügelpest in Bayern: Lichtenfels warnt vor hoher Dynamik

Die Ausbreitung der Geflügelpest verlaufe in Europa derzeit "schwer" und "hochdynamisch", vor allem in Norddeutschland. Über den überregionalen Handel mit Geflügel könnte sich das Virus aber noch weiter in Deutschland verbreiten. Laut dem Lichtenfelser Landratsamt wurden bereits Hühner und Enten aus einem mit Geflügelpest befallenen Betrieb in Nordrhein-Westfalen nach Bayern transportiert.

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Wer selbst Geflügel hält, solle seine individuellen Sicherheitsmaßnahmen regelmäßig überprüfen sowie auf "strengste Betriebshygiene" achten, betont das Landratsamt, das auf seiner Homepage über Präventionsmöglichkeiten informiert. Dazu zählt auch, dass Geflügelhalter die Art und Zahl ihrer Tiere sowie den Standort des Stalls, die Art der Nutzung und die landwirtschaftliche Betriebsnummer beim Veterinäramt melden müssen.

Zudem sei ein Kontakt zwischen Wild- und Nutztieren möglichst auszuschließen, fügt das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen an. Der letzte Fall einer Geflügelpest im Freistaat sei im April bei einem Wildvogel festgestellt worden.

Ist die Geflügelpest auf Menschen übertragbar?

Die Viren der sogenannten Influenza A werden durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder mit kontaminierten Materialien übertragen wie Schuhwerk, Geräte, Schutzkleidung oder auch Fahrzeuge. Eine Ansteckung des Menschen mit dem Erreger über infizierte Vögel oder Ausscheidungen sei in Deutschland bislang nicht bekannt geworden. Das LGL rät aber dennoch, tote Vögel nicht anzufassen und ihren Fund den lokalen Behörden zu melden.

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