Der Autozulieferer „Moll“ aus Bad Staffelstein kommt offenbar langsam wieder auf Kurs. Während des noch laufenden Insolvenzverfahrens sei kein einziger Mitarbeiter gekündigt werden, berichtet Jürgen Wittmann, Insolvenzverwalter des Batterieherstellers.   

Die Firma „Moll GmbH & Co. KG“ produziert seit 1945 Batterien, vor allem für die Autoindustrie. Der plötzliche und massive Nachfrageausfall durch die Corona-Krise hatte dazu geführt, dass das Unternehmen ausgerechnet im Jubiläumsjahr 2020 einen Insolvenzantrag stellen musste. Dies war am 30. März geschehen, das Insolvenzverfahren wurde am 1. Juni eröffnet.   

„Moll“ im Insolvenzverfahren: Autozulieferer entlässt keine Mitarbeiter  

Wie die ehemalige Geschäftsführerin Gertrud Moll-Möhrstedt wissen ließ, habe es zwischenzeitlich Gespräche mit potenziellen Investoren gegeben. Laut Insolvenzverwalter Jürgen Wittmann seien dabei mehrere „indikative  Angebote“ eingegangen. Diese seien vorläufig und nicht bindend. „Verbindliche Investitionszusagen“ könne nur ein Kaufvertrag schaffen.   

 „Seit Insolvenzantragstellung konnte das operative Geschäft stabilisiert werden. Das Unternehmen produziert wieder nahe der Vollauslastung“, erklärt Wittmann. Keiner der Mitarbeiter befinde sich in Kurzarbeit.   

Während des Insolvenzverfahrens habe die Firma „Moll“ bislang keinen Mitarbeiter entlassen. „Moll“ produziere bereits seit längerem wieder nahe der Vollauslastung mit dem entsprechenden Bedarf an Personal. Dies liege wesentlich an der wiedererstarkten Nachfrage durch die Automobilindustrie, so der Insolvenzverwalter.   

„Moll“ produziert ausreichend: Verkaufsprozess im Zeitplan  

Auf die Frage, ob ein Ende des Insolvenzverfahrens in Sicht ist, antwortet Wittmann: „Der Verkaufsprozess liegt im Zeitplan.“ Weil das Unternehmen produziere, bestehe aber keine besondere Eile.   

Moll hat - mit Unterstützung seiner beiden ausländischen Mitgesellschafter Chaowei (China) und Metair (Südafrika) - in den vergangenen Jahren eigenen Angaben zufolge mehr als 15 Millionen Euro in die Erweiterung der Produktionskapazitäten investiert und beschäftigt derzeit am Standort Bad Staffelstein rund 280 Mitarbeiter.