Das erste größere Projekt der kommunalen Zusammenarbeit mit Burgkunstadt könnte die gemeinsame Nutzung der Wohncontainer zur Unterbringung von Obdachlosen sein. Der Gemeinderat hat am Dienstagabend beschlossen, mit der Nachbarstadt über die Nutzung von deren Wohncontainern in der Ebnether Straße zu verhandeln.

Veto der Anwohner

In zwei Sitzungen hatten sich Gemeinderat und Bauausschuss bisher vergeblich um einen Standort bemüht, nachdem sowohl in der Klosterstraße (ehemalige Kanzlei) als auch am Wasserwerk Anwohner ihr Veto eingelegt hatten. Die Lösung brachte ein Vorschlag von Jan Riedel (FBO), in Burgkunstadt anzufragen, wo bereits zwei Container stehen, die Platz für vier Obdachlose bieten.

Unter der Bedingung, dass Burgkunstadter Obdachlose den Vorrang haben, wäre die Nachbarstadt zur Mitnutzung bereit, erklärte Bürgermeister Robert Hümmer
(CSU). Gefordert werde eine Grundgebühr von 275 Euro für einen Monat und für jeden weiteren Tag eine Pauschale von 9,17 Euro. Da die Obdachlosenunterkünfte nur zu fünf Prozent belegt seien, wäre eine gemeinsame Nutzung kein Problem, meinte auch Geschäftsleitender Beamter Alexander Pfaff. Sehr selten sei mehr als eine Person unterzubringen. Und für eine Dauerbelegung wie in der alten Kanzlei seien Container ohnehin nicht geeignet.

Nachverhandlungen bei der Grundgebühr forderte Ludwig Winkler (FBO), während Walter Limmer (JWU) sich wunderte, dass die Verwaltung zwei strittige Standorte vorgeschlagen habe, während die Gemeinde nun dank des einfachen Vorschlags von Riedel nicht nur Ärger vermeide, sondern auch Kosten von 40 000 Euro.
Einstimmig aufgehoben wurde die Baumschutzverordnung, die die Gemeinde 2002 erlassen hatte, um eine Reihe von Bäumen auf einem Geländestreifen in Woffendorf zwischen der Schwedengrube und Am Hochbehälter zu erhalten. Da das Grundstück der Gemeinde gehöre und für Pflegearbeiten jedes Mal eine Genehmigung erforderlich sei, erübrige sich der Schutz, so der Bürgermeister.

Keine Regelung für ganze Gemeinde beim Baumschutz

Dass damals keine Einigkeit über eine Verordnung für das gesamte Gemeindegebiet erzielt worden sei, bedauerte Ludwig Winkler. "Ich wünsche mir, dass jeder Grundstückseigentümer eine Baumschutzverordnung im Kopf hat", appellierte er. Es werde zwar immer darauf hingewiesen, dass es in Altenkunstadt viel Grün gebe, doch befänden sich darunter nur wenige alte Bäume. "Gerade Bäume ab 50 Jahren sind besonders schützenswert", betonte er. Seine Anregung, auch Bäume auf Privatgrundstücken zu kartieren, will Bürgermeister Hümmer aufgreifen. red