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Bad Staffelstein
Stadtrat

Achse Therme-Staffelsteiner Innenstadt stärken

Stadtplaner haben Vorschläge erarbeitet, wie Bad Staffelstein weiter vorangebracht werden kann.
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Könnte laut Städteplaner attraktiver sein und durch ein Café aufgewertet werden: der Marktplatz vor dem Fachwerkrathaus in Bad Staffelstein.  Markus Drossel
Könnte laut Städteplaner attraktiver sein und durch ein Café aufgewertet werden: der Marktplatz vor dem Fachwerkrathaus in Bad Staffelstein. Markus Drossel
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Es ist nicht weniger als der Rahmenplan für die nächsten zehn bis 15 Jahre: Seit Januar vergangenen Jahres wird in Bad Staffelstein ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept (Isek) erarbeitet. Auch die Bürger wurden im Rahmen von Workshops eingebunden. In der Stadtratssitzung stellten die Planer nun mögliche Schwerpunkt- und Impulsprojekte vor.

"Ein doppeltes Schlüsselprojekt" für die Weiterentwicklung sei der Bahnhof nebst Umfeld, sagte Matthias Fleischhauer vom Planungsbüro TB Markert. Gelegen an der Achse von Kurbereich und Innenstadt, könnte hier eine Außenstelle der Tourist-Information entstehen. Denkbar wär auch, hier regionale Produkte zu vermarkten.

Barrierefreier Bahnhofstunnel

Die Krux: Das Gebäude gehört zwar schon der Stadt Bad Staffelstein, ist aber noch immer Stellwerk der Bahn. Ferner empfahl er, die Bahnhofstunnel barrierefrei zu gestalten und eine Neuordnung des Verkehrs in diesem Bereich vorzunehmen. Stadtmauer und Stadtgraben sind derzeit an vielen Stellen noch im Dornröschenschlaf. Die Isek-Planer haben acht Bereiche ausgearbeitet, die durch konkrete Maßnahmen aufgewertet werden könnten - im öffentlichen wie im privaten Raum gleichermaßen.

Lob gab es von den Entwicklern für die Umgestaltung der Bahnhofstraße, deren Bauabschnitte IV und V im Frühjahr angegangen werden. Eine geringe Aufenthaltsqualität und mangelhafte Barrierefreiheit bescheinigten Fleischhauer sowie Claus Sperr und Jennifer Ganek (Planwerk) dem Marktplatz. Geht es nach ihnen, wird er zu einem multifunktionalen Platz, eventuell mit Café-Betrieb, aufgewertet.

Das drängendste Problem ist nach Ansicht der Stadtentwickler zugleich das schwierigste: weniger Verkehr in der Altstadt und eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit, um die Aufenthaltsqualität in Bamberger und Lichtenfelser Straße zu erhöhen. Nach ihrer Ansicht führe dabei kein Weg an der Umgehung (Nord-Ost-Spange) vorbei. "Die Aufwertung der Altstadt hängt von der Aufenthaltsqualität ab", so Fleischhauer. Neben den Schlüsselprojekten nannte Jennifer Ganek einige Impulsprojekte, die kurzfristig realisiert werden könnten und die andere nach sich zögen.

Für das 3400 Quadratmeter große Bären-Areal vis-à-vis des Rathauses hatte sie gleich mehrere Vorschläge: Hier könnte Gastronomie ebenso Einzug erhalten wie eine Vermarktung regionaler Produkte und/oder Veranstaltungsräume für Freizeit und Kultur. Ferner müsse es durch Anreize gelingen, die täglich durchschnittlich 2300 Thermengäste, die bislang eher weniger in die Innenstadt kommen, durch Anreize in den Stadtkern zu locken, beispielsweise durch Gutscheinaktionen oder besondere Bilder in der Obermain- Therme. Ferner gebe es noch Defizite bei der Beschilderung. Außerdem sollte sich Bad Staffelstein mehr auf seinen Markenkern konzentrieren, also verstärkt als Adam-Riese-Stadt werben.

Die Stadträte lauschten aufmerksam und lobten die Planer für ihre Präsentation. Nicht aber ohne Kritikpunkte anzubringen. So ist für Werner Freitag (Grüne/Sbun) auch eine Verkehrsberuhigung ohne Nord-Ost-Spange möglich. Winfried Ernst (Freie Wähler) würde gerne ausprobieren, wohin der Verkehr sich verlagert, stellt man ihm Pflanzkübel und Poller in den Weg. Ein Konzept für junge Familien vermisste er. Christian Ziegler (Junge Bürger) warnte davor, die Parkplätze rund um den Marktplatz zu sehr zu reduzieren. Er lobte ebenso wie Rica Kohmann (Grüne) den Vorschlag, ein Jugendparlament zu installieren. Sarkastisch merkte diese an: "Unsere Stadt ist herrlich für Autofahrer. Es wird alles dafür getan, dass jeder bis vor die Haustüre der Geschäfte fahren kann." Sie riet, mutig zu sein und auch mal Fahrradfahrern den Vortritt zu lassen.