Aufatmen bei Eltern und Erziehern, aber auch bei der Kirchengemeinde Mangersreuth: Nach vier Monaten der Ungewissheit ist jetzt eine für alle Beteiligten tragbare und sinnvolle Lösung für die Unterbringung der Paul-Gerhard-Kinder gefunden: Sie bleiben bis zum Ende des Kindergartenjahres in ihren bisherigen provisorischen Quartieren und dürfen ab September gemeinsam in einen Neubau der Stadt in der Blaich umziehen (siehe auch BR vom 5.Dezember).


Intensiv bemüht


Bei einem Informationsabend am Montag in der Stadthalle, zu dem die Stadt die Eltern der betroffenen Kinder eingeladen hatte, stellte Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) den Sachstand, die möglichen Alternativen und die aus seiner Sicht beste Lösung vor.
Er wollte damit auch Vorwürfen seitens der Eltern entgegentreten, die von der Stadt eine schnellere Lösung verlangt hatten: "Bei mir ist der Eindruck entstanden, dass Sie denken, wir würden uns nicht so intensiv um die Sache kümmern", sagte er. Das Gegenteil sei der Fall.

Helmut Völkl, Leiter der Kulturabteilung der Stadt, erläuterte ausführlich die Schritte der vergangenen Monate. Geprüft und wieder verworfen, weil zu teuer und nur mit langen Wartezeiten realisierbar, wurden eine Container-Lösung nahe des Hallenbads, die Nutzung von Räumen in der Oberen Schule und der Max-Hundt-Schule und ein Umbau der BRK-Geschäftsstelle in der Flessastraße. Machbar wäre die Unterbringung von drei Gruppen im Awo-Förderzentrum.

Doch auch das ist nun nicht mehr nötig, nachdem die Kirchengemeinden Kreuzkirche, Friedenskirche und Petrikriche sich bereit erklärt haben, ihre Räume noch ein paar Monate länger zur Verfügung zu stellen, bis der Neubau in der Blaich steht. Den Kindern erspart dies einen weiteren Umzug und erneutes Umgewöhnen.


Ein wenig verstimmt


Darüber sind auch die Eltern froh. Sie zeigten sich dankbar für die umfassende Information, hatten aber auch viele Fragen. Beispielsweise, warum die Kirche länger braucht, um einen neuen Kindergarten zu bauen als die Stadt. Dies hängt mit den unterschiedlichen Entscheidungsprozessen zusammen, erläuterten Dekan Jürgen Zinck und Pfarrerin Bettina Weber von der Gemeinde Mangersreuth.

Beide fühlten sich zu Unrecht von Völkl angegriffen, weil dieser mehrfach darauf hinwies, die Stadt habe seitens der Kirche monatelang keine belastbaren Zahlen zu Versicherungssumme und Neubaukosten bekommen. "Das kommt so rüber, als käme die Kirchengemeinde nicht in die Gänge", sagte Weber. "Wir haben uns sofort um alles gekümmert, aber die Verhandlungen mit der Versicherung, die Abstimmung zwischen Kirchenvorstand und Landeskirche, die Planung und Klärung der Finanzierung - all das braucht Zeit. Die Stadt dagegen kann allein entscheiden."

OB Schramm zeigte Verständnis für diese Schwierigkeiten. Die im städtischen Haushalt eingeplanten 350 000 Euro Zuschuss zu den Baukosten seien nicht in Stein gemeißelt. Sie orientierten sich am Kostenrichtwert der Regierung von Oberfranken. "Über 100 000 Euro werden wir uns nicht streiten."

Einige Eltern würden es wegen der räumlichen Nähe lieber sehen, wenn statt des Neubaus in der Blaich zuerst der ebenfalls geplante neue Aqua-Kindergarten beim Hallenbad gebaut würde, der den Kindergarten Goethestraße ersetzen soll. Doch dies ist nicht möglich, so der OB. "Der Aqua-Kindergarten muss anders geplant und gebaut werden. Da ist die schnelle Modulbauweise nicht möglich."