Die Flächenversiegelung vor allem durch Schottergärten und ein möglicher großflächiger Kiesabbau in den Mainwiesen: Zwei Umweltthemen beschäftigten am Montagabend den Mainleuser Gemeinderat in seiner Sitzung in der Aula der Grund- und Mittelschule.

Die Schottergärten sind der ABL-Fraktion ein Dorn im Auge. Deshalb stellte sie den Antrag, eine Satzung zur ökologischen Freiflächengestaltung von bebauten und zu bebauenden Grundstücken zu erlassen. Was genau das bedeutet, erklärte ABL-Gemeinderätin Brigitte Lauterbach: "Die Schottergärten sind eine Modeerscheinung, von der viele denken, dass es günstig und pflegeleicht ist."

Unter dem Schotter würden zumeist Folien verlegt, die Pflanzenwachstum verhindern sollen und zugleich den Wasserabfluss erschweren. "Wir wollen das unterbinden. Die Gärten sollen bepflanzt werden." Sie betonte, dass niemandem vorgeschrieben werden sollte, wie er seinen Garten gestalte. "Es geht uns nur um weniger Versiegelung und darum, den Lebensraum von Mensch und Tier zu sichern und zu schützen", sagte sie. Sie erklärte auch, dass sich die Kritik ausschließlich auf die Schottergärten beziehe, nicht auf die Steingärten, die einer alpinen Bepflanzung dienten. Aber auch Fassaden- und Dachbegrünungen sowie wasserdurchlässige Pflaster seien Thema.

Markus Oppelt (FW) fand die Grundsatz-Idee "gar nicht so schlecht". Damit war er aber neben den beiden ABL-Räten Brigitte Lauterbach und Erich Schiffelholz der einzige.

"Überflüssig"

Detlef Weißmann (SPD) hielt eine derartige Satzung in einer ländlich geprägten Region für überflüssig und verwies auf bereits bestehende Vorschriften bei Neubauten. Für Otto Zitzelsberger (FDP) würde die Satzung zu sehr in die Entscheidungsfreiheit der Bürger eingreifen.

Das sah auch Sebastian Türk (CSU) so: "Das ist immer ein Eingriff in die persönlichen Spielräume." Das räumte sogar Brigitte Lauterbach ein, sie relativierte allerdings: "Das ist doch bei jedem Bebauungsplan der Fall." Michael Passing und Christian Schneider (beide CSU) sprachen sich dafür aus, nicht in gestalterische Sachen der Bauherren einzugreifen, sondern auf Freiwilligkeit zu setzen.

Ein eindeutiges Votum

Letztlich wurde der ABL-Antrag mit 16:3 Stimmen abgelehnt.

Das Thema hat vor einigen Jahren schon einmal für Schlagzeilen gesorgt: der Abbau von Sand und Kies im Gemeindegebiet Mainleus. Damals ging es um die Gewinnung von Bodenschätzen bei Pölz, was zu heftigem Widerstand geführt hatte.

Im Regionalplan Oberfranken-Ost ist aber noch eine weitere große Fläche für den Abbau vorgesehen: Sie erstreckt sich von der Landkreisgrenze zu Lichtenfels bis auf die Höhe der Kreuzung Mainleus-West auf Höhe von Schwarzach. Doch wenn es nach dem Willen des Gemeinderats geht, soll im Maintal nichts mehr abgebaut beziehungsweise die Abbaufläche deutlich verringert werden.

Für Erich Schiffelholz (ABL) war die Lage klar: "Wir sollten einen Schlussstrich ziehen und die ursprünglichen Mainwiesen erhalten. Sonst haben wir überall nur noch Wasserlöcher. Wir sollten das Maximum fordern, um wenigstens einen Teil zu erreichen."

Das sah auch Siegfried Escher so (CSU), der von einer "Riesenfläche" sprach, die für den Abbau vorgesehen sei: "Wir müssen versuchen, die so weit wie möglich zu reduzieren." Seines Wissens nach reicht die Abbaufläche sogar noch in den Landkreis Lichtenfels hinein.

Markus Oppelt (FW) sah dagegen die Chance, eine Wasserfläche zur Nutzung zu bekommen. "Seeflächen sind doch auch ein Stück Kultur hier."

Vor den Folgen des Abbaus warnte Brigitte Lauterbach (ABL): Lkw-Verkehr, Bau von Zufahrten und Waschanlagen für die Bodenschätze. "Und auch der Mainradweg wird weniger attraktiv." Bei Otto Zitzelsberger (FDP) stießen die Planungen auf wenig Gegenliebe: "Solche unkontrollierten Wasserlöcher sind gefährlich. Darin ertrinken immer wieder Menschen." Außerdem seien sie hässlich.

Um die Stimmung in der Bevölkerung auszuloten, schlug Hannelore Lindner (FW) eine Bürgerbefragung vor.

Für Norbert Erhardt (CSU) war die Sachlage dagegen klar: "Wir sagen, wir wollen auf Mainleuser Grund nichts."

Dass das nicht so einfach ist, erklärte Bürgermeister Robert Bosch (CSU): "Wir können das selbst nicht festlegen. Wir können nur das Verfahren einleiten." Dazu müsse ein Fachbüro beauftragt werden. Dann werde der Planungsverband über den Mainleuser Wunsch abstimmen. Dieses Vorgehen beschlossen die Gemeinderäte auch.

Dieter Pöhlmann (CSU) wies am Montagabend im Gemeinderat auf die Parksituation in den Straßen rund um den Hans-Grimm-Weg hin. "Am Wochenende wäre mit dem Feuerwehrauto kein Durchkommen gewesen", sagte er und bat darum, dass die Polizei dort kontrolliert. Zudem sollte das Gebiet ein Schwerpunkt der Kommunalen Verkehrsüberwachung sein, die die Gemeinde einführen wird.

Detlef Weißmann (SPD) sprach die geplante Fällung der Eichen am Radweg bei Rothwind an. Die war in der letzten Sitzung wegen des Befalls durch den Eichenprozessionsspinner beschlossen worden. Bürger hätten ihm gegenüber geäußert, dort noch keine Schädlinge entdeckt zu haben. Bürgermeister Robert Bosch (CSU) sagte zu, mit der Fällung zu warten und die Situation sich nächstes Jahr nochmals anzuschauen.

In Mainleus wird es wegen Corona heuer keinen Adventsmarkt geben, wohl aber den Adventskalender, den Vereine und Gruppierungen veranstalten.

Der Markt versucht, über den Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten an Geld für die Sanierung der alten Turnhalle in der Holzstraße zu kommen.

Am 22. Oktober findet um 19 Uhr in der Mainleuser Sommerhalle eine informative Bürgerversammlung zum Bau der Ortsumgehung Rothwind-Fassoldshof statt. Ein Vertreter des staatlichen Bauamts wird über die Planungen informieren und Fragen beantworten. Bis 2. November liegen die Unterlagen zur Planfeststellung in der Bauverwaltung im Rathaus zur Einsicht aus. Einwendungen gegen das Projekt müssen bis zum 2. Dezember schriftlich eingereicht werden - bei der Gemeinde oder der Regierung von Oberfranken.