Wird er sein Engagement für die Stadt aufgeben? "Nein". Wird er die Politik überhaupt aufgeben? "Nein". Wenn auch nicht mehr direkt im Entscheidungsgremium, will er sich weiter ins kulturelle Leben, unter anderem im Alten Schulhaus und im Alten Rathaus einbringen. "Auch das ist Politik im Sinn von Mitwirken am gemeinschaftlichen Leben", sagt er.

Der gebürtige Frankfurter war zum Studium später nach Berlin gekommen, wo er sich in den damals vielen Initiativen umgesehen und auch mit eingebracht hat. "Die erste Fahrraddemo habe ich damals organisiert", erinnert er sich. 1983 zog er mit den Grünen in den Bundestag ein. Als er später aus beruflichen Gründen nach Stadtsteinach umzog, leitete er das Regionalbüro der Partei. "Da konnte ich dann den einen und anderen bekannten Politiker, den ich ja aus dem Parlament kannte, nach Oberfranken bringen".

Aus den Grünen ist er ausgetreten und hat in Stadtsteinach die Bunte Liste Stadtsteinach (BLS) gegründet für die er auch in den Stadtrat gewählt und wiedergewählt wurde. "Am Anfang geht man mit viel Enthusiasmus in den Stadtrat, will Ideen umsetzen und Projekte anstoßen; muss dann aber einen langen Weg gehen, bis man verstanden hat, dass es erstmal darum geht, Vorschläge der Verwaltung abzusegnen. Das ist gut und funktioniert auch", erinnert er sich. Nur eine Sitzung im Monat scheint ihm dennoch zu wenig; die Sitzungen werden deshalb auch immer länger und anstrengend.

Etwas "auf dem kleinen Dienstweg" zu machen, wäre ihm eigentlich besser gelegen. "Man müsste den Stadtrat dennoch politisch mehr aufwerten, längerfristige Ziele beschreiben und verfolgen. So geht es erstmal darum, was machbar ist, vor allem wofür es Zuschüsse gibt. Das ist mal so, denn es muss ja auch finanziert werden. Ich habe mich dazu aber auch schon zur Bemerkung hinreißen lassen: Wenn es Zuschüsse für Flugplätze gäbe, dann würde auch in Stadtsteinach einer gebaut".

Kein schlechtes Wort möchte Martin über die Zusammenarbeit im Stadtrat hinterlassen. "Wir waren nicht immer einer Meinung, aber Kampf gegeneinander gab es nie. Unser Bürgermeister ist immer um Ausgleich bemüht. Das muss man ihm lassen".