Heute: Stefan Wolf (FDP) fordert Thomas Bauske (SPD) heraus.

Die Regeln unserer Serie "Jeder gegen jeden" zur Bundestagswahl sind denkbar einfach: Jeder Kandidat darf jedem anderen Kandidaten eine Frage stellen.

Nach der Antwort des Befragten hat der Fragesteller noch die Möglichkeit, darauf zu reagieren.
Heute will Stefan Wolf (FDP) von Thomas Bauske wissen, wie genau das Rentenkonzept seiner Partei ist.

Stefan Wolf: Die SPD fordert in ihrem Rentenkonzept, das Rentenniveau solle fix sein, ebenso Beitragssatz und Eintrittsalter. Um das zu finanzieren, müssen Sie die letzte verbliebene Variable anzapfen: den Steuertopf. Ist das nachhaltig und sinnvoll?

Thomas Bauske: Das Rentenniveau liegt heute bei 48 Prozent - es wird absinken, wenn wir es nicht jetzt verhindern. Wir wollen, dass es dauerhaft auf der jetzigen Höhe bleibt. Und das Eintrittsalter zur Rente darf nicht auf 70 Jahre angehoben werden, wie viele bei CDU/CSU das fordern! Gleichzeitig soll der Beitrag zur Rentenversicherung nicht über 22 Prozent steigen. Das heißt: eine gute, verlässliche Rente, ohne die jüngere Generation zu überfordern.

Um das zu schaffen, werden wir in einer Übergangszeit mehr Geld aus dem Steueraufkommen in die Rente geben, damit die Beitragszahler nicht zusätzlich belastet werden. Eine gute Rente für alle ist eben eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft - auch für Selbstständige, Beamtinnen und Beamte.

Wir machen die gesetzliche Rente damit auf Dauer stärker - auch für Selbstständige, die noch anders fürs Alter abgesichert sind. Durch gezielte Qualifizierung und eine kluge Einwanderungspolitik verhindern wir außerdem den Fachkräftemangel. Auch das ist gut für die Rente. Und, ganz wichtig: Eine starke Tarifbindung. Denn gute Löhne für alle bringen gute Renten!

Für eine gute Rente müssen wir an vielen Stellen ansetzen. Wir sagen: Das lohnt sich. Darum wollen wir einen neuen Generationenvertrag. Mit der Solidarrente sorgen wir dafür, dass jeder nach einem langen Berufsleben eine Rente hat, die deutlich über der Grundsicherung liegt.

Wir werden die Erwerbsminderungsrente noch weiter verbessern - für alle, bei denen die Gesundheit nicht mehr mitmacht. Und Selbstständige, die nicht in einem Versorgungswerk abgesichert sind, werden wir in die Solidargemeinschaft der gesetzlichen Rentenversicherung aufnehmen. Unser Land wird dadurch gerechter - Zeit für mehr Gerechtigkeit.

Stefan Wolf:
Wenn unter anderem Beamte in die allgemeine Altersversicherung mit einbezahlen, gewinnt man langfristig nichts, da diese ebenfalls Ansprüche stellen werden. Die junge Generation nicht zu überfordern als Ziel teilen wir, aber wenn die Lösung der SPD mehr Steuermittel (zur Überbrückung) heißt, belasten Sie die Bürger natürlich trotzdem: über höhere Steuern oder über weniger Investitionen in die Zukunft des Landes.

Im Teil 18 unserer Serie fragt Stefan Wolf (FDP) morgen Emmi Zeulner (CSU) nach der Landarztquote.



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