Die Beerensträucher biegen sich unter der Last der Früchtchen, im Gemüsebeet wollen Salate, Tomaten, Bohnen, Kohlrabi und Kräuter geerntet werden. Jetzt gibt's Vitamine und Mineralstoffe satt - frisch aus dem Garten oder von Bauern- und Wochenmärkten.

Gesundes und naturbelassenes Essen, ohne Zusatzstoffe und am besten noch regional erzeugt - das wünschen sich angeblich die meisten Menschen, wenn man diversen Umfragen glauben darf. Doch der einfachste Weg zum Ziel hat Tücken, die aber vermutlich nur denen auffallen, die noch nie etwas selbst geerntet haben.

Als ich bei einer guten Bekannten zu Besuch war, wollte die ihrer Tochter schnell noch einen Gartensalat mit nach Hause geben. Das Angebot wurde dankend abgelehnt, denn da sei "Dreck dran" - im Gegensatz zum Salat aus dem Supermarkt. Der sei "schön sauber".

Das muss ich nicht verstehen, oder? Salat wächst normalerweise in der Erde, und natürlich haftet davon ein bisschen an der äußeren Blättern. Und es krabbelt vielleicht ein Ohrenkneifer drin herum. Oder zwei. Normal, nicht giftig.

Die Szene hat mich an eine frühere USA-Reise erinnert. Dort haben viele Menschen Angst vor "Keimen": Alles ist "essfertig" gesäubert und einzeln verpackt.

Nix für mich. Mir schmeckt mein frisch im Garten geschnittener Salat, der schnell geputzt ist. Und falls ich beim Waschen ein Krümelchen Erde übersehe? Ich bin sicher, es bringt niemanden um!