Weniger Grippefälle im Landkreis Kulmbach als im Jahr zuvor

2 Min
Bisher wurden im Kreis Kulmbach nur rund halb so viele Grippe-Erkrankungen gemeldet wie im vorherigen Jahr.Symbolbild/ IG BAU
Bisher wurden im Kreis Kulmbach nur rund halb so viele Grippe-Erkrankungen  gemeldet wie im vorherigen Jahr.Symbolbild/ IG BAU

Die Grippewelle ist gerade auf einem Höhepunkt angelangt. Doch auch Stress und Überstunden wirken auf den Krankenstand ein.

Eine gute Nachricht zur anhaltenden Grippewelle gibt es: Bisher wurden in diesem Jahr weniger Influenza-Fälle im Landkreis gemeldet als im Vorjahr, so teilt das Gesundheitsamt Kulmbach mit. Konkret bedeutet dies, dass im Zeitraum von November 2018 bis Mitte Februar 2019 dort 148 Fälle registriert wurden. In der gleichen Zeitspanne des vorherigen Jahres waren es hingegen bereits 310.

Diagnostizierte Grippefälle würden dem Landratsamt direkt durch die Laborärzte gemeldet, so der Pressesprecher des Landratsamts, David Buchwald. Wie stark Behörden oder große Unternehmen im Einzelnen betroffen seien, lasse sich aber nicht sagen. "Exakte Zahlen darüber, wie viele Mitarbeiterausfälle bei einzelnen Behörden oder Unternehmen im Landkreis durch Grippe verursacht wurden, liegen uns nicht vor. "

Grippewelle nicht gleich Grippesaison

Angaben des Robert Koch-Instituts zufolge ist zwischen der Grippesaison und der Grippewelle zu unterscheiden. Die Grippesaison bezieht sich auf den gesamten Zeitraum, in dem Grippeviren in der Luft liegen. In Deutschland betrifft dies meist die Monate zwischen Oktober und Mitte Mai. Die Grippewelle hingegen zeichnet sich durch erhöhte Influenza-Aktivität aus. Dies umfasste in den vergangenen Jahren etwa drei bis vier Monate, beginnend im Januar.

Dass dieser Zeitraum in der nördlichen Erdhalbkugel genau auf die Wintermonate fällt, liegt unter anderem daran, dass trockene Luft in Kombination mit niedrigen Temperaturen das Bestehen von Influenzaviren begünstigt. Die trockene Luft greift ebenso die Schleimhäute und die Atemwege leichter an. Das Immunsystem ist geschwächter als im Sommer und deswegen anfälliger für Viren.

"Typisch für eine Grippe ist ein plötzlicher Krankheitsbeginn mit meist hohem Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen. Häufig folgen darauf Halsschmerzen und trockener Husten", erläutert David Buchwald die Anzeichen einer Erkrankung. Meist dauerten die Beschwerden dann zwischen fünf und sieben Tagen an. Gesunde Kinder und jüngere Erwachsene seien in der Regel weniger schwer von der echten Virusgrippe betroffen als Menschen mit chronischen Erkrankungen, so Buchwald weiter.

Das Gesundheitsamt Kulmbach rät Menschen, die eine weitere Ausbreitung des Virus vermeiden möchten, Menschenmengen zu umgehen und sich zudem häufig die Hände zu waschen. Eine vorbeugende Impfung hält David Buchwald auch jetzt noch für sinnvoll. Wenn es einen trotz aller Vorsicht doch getroffen hat, kann neben der Schonung des Körpers ausreichend Flüssigkeit und eine eiweißreiche Kost eine Besserung der Symptome unterstützen.

Krank machen kann auch anderes

Doch nicht nur die Grippe kann für Ausfälle sorgen. Laut einer Statistik der Betriebskrankenkassen waren Arbeitnehmer im Landkreis Kulmbach 2017 im Durchschnitt 16 Tage im Jahr aufgrund unterschiedlicher Ursachen krankgeschrieben. Dieser Wert entspricht auch etwa dem Durchschnitt in ganz Bayern. Trotzdem ist die Zahl bayernweit in den vergangenen vier Jahren leicht gestiegen. Dies kann mehrere Gründe haben.

Eine solche sieht die Industriegesellschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) in einer stetig steigenden Arbeitsbelastung. "Die gute Konjunktur und fehlende Fachkräfte sorgen dafür, dass Überstunden immer häufiger zum Normalfall werden. Doch Termindruck und Stress machen auf Dauer krank", sagt Gerald Nicklas von der IG BAU Oberfranken. Wer ohnehin am Limit arbeite, der sei auch anfälliger, etwa für eine Erkältung.

Um speziell den Ausfall durch psychische Erkrankungen vorzubeugen, erachtet die IG BAU zudem ein offenes und kollegiales Miteinander als wichtige Grundlage. Wichtig sei hier insbesondere die Arbeit der Betriebsräte. "In Unternehmen, die eine Arbeitnehmervertretung haben, sind die Beschäftigten zufriedener und seltener krank", so Nicklas.