Der Star des Wochenendes war eindeutig Welpe Willy. Der vier Monate alte Mischlingsrüde verzauberte alle Besucher beim Tierheimfest. "Er ist einer Familie in Trebgast zugelaufen", erklärt Tierheimleiterin Susanne Schilling. "Den hätten wir heute schon x-Mal abgeben können", sagt Schilling und muss lachen. Denn schon wieder sagt eine Frau: "Schau mal, das ist unser Zweithund. Den holen wir." Tatsächlich ist Willy einfach unglaublich herzig. Er hat noch die ungestüme Art eines Welpen. Wenn er dann noch seine Augen rollt, muss man einfach schwach werden.

"Aber er hat ein Augenleiden", relativiert die Tierheimleiterin. Und außerdem wird ja beim Tierheimfest ohnehin kein Tier vermittelt. Besichtigt werden können die Tiere gerne, aber die Vermittlung erfolgt erst später.
Denn schließlich ist so eine Tieranschaffung ja keine Spontanaktion, sondern sollte gut überlegt sein.

Insgesamt gibt es im Tierheim Kulmbach derzeit neun Hunde, einer ist auf einer Pflegestelle untergebracht. Außerdem beherbergt das Tierheim sechzig Katzen, auch viele kleine Kätzchen. Gustav, ein schwarzer Kater, wurde in der Fischergasse gefunden. "Er ist etwa drei bis vier Jahre alt und braucht unbedingt Freigang. Aber er ist sehr lieb und lässt sich auch anfassen", erklärt Susanne Schilling. Die kleinen Besucher drücken sich vor allem die Nasen an den Glastüren platt, wo kleine Kätzchen an Kratzbäumen herumturnen.


Chinchillas und Nymphensittiche
"Wir haben zur Zeit auch Chinchillas, Degus, aber auch Wellensittiche und einen Nymphensittich", zieht Susanne Schilling Bilanz. Und auch die Vögel finden großen Anklang bei den Besuchern.

"Wir kommen jedes Jahr her. Denn unser Rex ist auch aus dem Tierheim", sagt Philipp Roth. Er hat einen amerikanischen Collie. "Der Hund war gar nicht schwierig, er hat die Grundkommandos schon beherrscht", erzählt Philipp Roth. Aber trotzdem musste Rex noch in die Hundeschule. Inzwischen ist Rex ein prima Familienmitglied geworden. "Er hat zwar immer viel zu sagen, also er bellt noch recht viel, aber das ist bei der Rasse normal. Und eigentlich ist er ein Schaf, er lässt alles mit sich machen", sagt Philipp Roth. Und mit anderen Tieren versteht sich Rex auch. Denn die Roths haben noch Meerschweinchen und Katzen, Mäuse und Vögel sowie zwei Nymphensittiche und einen Wellensittich.

"Ich schaue einfach mal, was es hier alles so gibt", sagt Vanessa Ständner und strolcht mit ihrem Pudel Bambers durch den Flohmarkt. Die Auswahl ist einfach riesig. Gisela Thun ist schon fündig geworden. Sie greift im Flohmarktregal nach einer Häkelkatze. Auch für sie gehört ein Besuch beim Tierheimfest jedes Jahr dazu. Schließlich mag sie Tiere, hat selbst eine Katze. "Ich schaue einfach rum, aber eigentlich kann man immer etwas finden."
Die Sperrung der Wolfskehle hat keinerlei Einbußen bei den Besucherzahlen zur Folge gehabt. "Manche haben vorher angerufen, wie sie jetzt herkommen, aber die Leute kommen trotzdem und nehmen auch einen Umweg in Kauf", freut sich die Tierheim-Leiterin Susanne Schilling über den Rummel. Als Besuchermagnet hat eine Familie die bekannte Band "Amarilo" zum Country-Frühschoppen gesponsort. "Das ist natürlich etwas Besonderes, das könnten wir uns sonst nicht leisten", so Schilling.


Strohhaufen mit Überraschungen
Viel Spaß gab es auch für die kleinen Besucher: Das Tierheim hat das Landkreis-Spielmobil bestellt, veranstaltete eine Schnitzeljagd, eine Tombola. Und einen Strohhaufen, der Süßigkeiten in sich barg, gab es auch wieder.