Immer wieder kracht es auf der B289 bei Mainleus. Die Strecke ist relativ übersichtlich, das Tempo zum großen Teil beschränkt. Trotzdem ereignen sich regelmäßig größere und kleinere Unfälle. Woran liegt das? Wir haben nachgefragt bei Straßenbauamt, Polizei, Rettungskräften.

Kurt Schnabel, leitender Baudirektor am staatliche Bauamt Bayreuth, bestätigt: "Die Ortsumgehung Mainleus im Zuge der Bundesstraße 289 weist im Bereich der Anschlussstelle Mainleus-West ein auffälliges Unfallgeschehen auf." (Die Anschlussstelle West ist die Einmündung der KU12/Burgkunstadter Straße bei der Jet-Tankstelle.)

In den Jahren 2009 bis 2011 hätten sich dort zwölf Unfälle ereignet. Achtmal sei ein Linkseinbieger von Mainleus in Richtung Burgkunstadt mit dem Verkehr Richtung Kulmbach zusammengestoßen.
Viermal kam es zum Zusammenstoß eines Linksabbiegers von Kulmbach in Richtung Mainleus mit dem Verkehr Richtung Kulmbach.


Linksabbiegespur nachgerüstet

Bereits 1999 wurde Baudirektor Schnabel zufolge die Bundesstraße im Einmündungsbereich mit einer Linksabbiegespur nachgerüstet. Weiterhin wurden in den letzten Jahren immer wieder Maßnahmen zur Verbesserung der Sicht für den Linkseinbieger ergriffen, zum Beispiel Bewuchs in Richtung Burgkunstadt entfernt und Wegweiser versetzt.

"Die B289 ist in dem Abschnitt in beiden Fahrtrichtungen auf 80 km/h beschränkt", betont Schnabel weiter. Zur weiteren Verbesserung der Verkehrssicherheit soll auf Anraten der Unfallkommission (Verkehrsbehörde am Landratsamt, Polizei und Straßenbaulastträger) der Knotenpunkt mit einer Ampel ausgerüstet werden. Die Umsetzung dieser Maßnahme sei 2014/15 eingeplant.

Der Kommandant der Mainleuser Feuerwehr, Martin Pöhlmann, bestätigt zwar, dass in der Vergangenheit die Kreuzung bei der Jet-Tankstelle der schlimmste Punkt war. In den vergangenen eineinhalb Jahren hat sich das Unfallgeschehen seiner Einschätzung nach jedoch etwas auf die Anschlussstellen Mitte und Ost verlagert. "Seit es bei der Abzweigung zur Jet-Tankstelle auf der B289 die Abbiegespur gibt, ist es dort besser geworden."


Zu schnell unterwegs?

Warum kracht es auf der Strecke immer wieder? Als Hauptgrund vermutet Pöhlmann zu hohes Tempo, obwohl an den Einmündungen eine Begrenzung auf 70 beziehungsweise 80 km/h gilt. "Die kommen aber angedonnert, dass man denkt, die will der Teufel holen."

Kein Verständnis hat er vor allem für Radfahrer, die die Bundesstraße queren, statt die Brücke zu nutzen, die den Hauptort mit der Siedlung "Rothe Kelter" verbindet. "Da wären die Leute sicher." Aber dazu müsste man ja einen kleinen Umweg fahren, kritisiert er mit Blick auf die Trampelpfade an der Böschung der B289, die von einem regen Querungsverkehr von Fußgängern und Radfahrern zeugen.

Von einer Ampel an der Kreuzung Mainleus Mitte, die von vielen gefordert werde, halte er nichts, sagt der Feuerwehr-Kommandant. Das gebe nur lange Rückstaus, Lärm und Emissionen, vor allem dann, wenn schwere Lastwagen an der leichten Steigung aus Richtung Kulmbach wieder anfahren müssen. Sein Fazit: "Wenn sich jeder normal verhalten würde, dürfte auf der Strecke eigentlich nichts passieren."

Sollte es aber krachen, sei die Mainleuser Feuerwehr hauptsächlich damit beschäftigt, Ölspuren und auslaufende Kraftstoffe zu beseitigen, den Verkehr an der Unfallstelle zu regeln. "Gott sei Dank ist es seltener der Fall, dass Personen eingeklemmt werden", stellt Pöhlmann fest.

Die Abzweigung Mainleus Mitte war einmal ein Unfallschwerpunkt, erklärt der Verkehrssachbearbeiter der Kulmbacher Polizei, Michael Kofer. In den vergangenen drei bis fünf Jahren sei nichts Außergewöhnliches mehr passiert - auch wenn es in den vergangenen Wochen erst wieder einmal gekracht habe.


Nur Schwarzach Schwerpunkt

Keinen Unfall mehr habe es seit gut einem Jahr bei der Abzweigung zur Burgkunstadter Straße gegeben, so Kofer weiter. Lediglich die nahe gelegene Einmündung nach Schwarzach werde nach einem tödlichen Unfall im Frühjahr 2012 als Unfallschwerpunkt geführt.

Insgesamt sei das Unfallgeschehen auf der B289 im Bereich Mainleus nicht spektakulär, so Verkehrsspezialist Michael Kofer.