Warum es so lange gedauert hat, bis die Straßenschäden nach dem Unwetter und der Flutwelle im Juni beseitigt wurden, das kann Kurt Gabeli nicht verstehen. "Sogar der Rettungswagen ist in der Zeit zweimal aufgesetzt", sagt er. Erst in der vergangenen Woche habe die Gemeinde den Haagweg wieder einigermaßen hergerichtet.
"Da ist schon jahrelang nichts mehr gemacht worden", blickt Gabeli zurück. Und die Wassermassen, die nach den Regenfällen am 20. Juni den Berg hinab geströmt waren, hätten dem Weg den Rest gegeben. Das angeschwemmte Material habe die Rohre der Gräben verstopft, das angestaute Wasser sei in den Spurrinnen des Wegs hinab geschossen und habe eine Spur der Verwüstung hinterlassen.

Lange nichts getan

Trotz mehrerer Gespräche mit Bürgermeister Werner Diersch habe sich dann lange nichts getan, kritisiert Gabeli.
Erst als die Rettungswagen aufgesetzt hatten, sei die Gemeinde aktiv geworden. "Aber erst, nachdem ich etwas gesagt habe."

Dann tat sich wieder nichts, bis Gabeli in der Gemeindeverwaltung vorstellig geworden sei und in der Sache Einsicht in die Gemeinderatsprotokolle verlangt habe. "Plötzlich war frühmorgens ein Maschineneinsatz. Die haben einfach losgelegt", sagt er und verweist darauf, dass eigentlich eine Bürgerversammlung zu dem Thema im September/Oktober angekündigt sei.

Die Bürgerversammlung soll es noch 2013 geben, sicherte Bürgermeister Werner Diersch zu. Er verwies darauf, dass der Weg abgezogen und verdichtet wurde. Zwar weiß das Gemeindeoberhaupt, dass die Maßnahme "nicht Nachhaltiges" ist, aber zumindest für den Winterdienst ausreiche. Wie es mit dem Weg dort dann weiter geht, kann er noch nicht genau sagen. Denn derzeit werde darüber nachgedacht, zusammen mit der Gemeinde Ködnitz ein Gutachten fertigen zu lassen, wie man das Wasser vom Berg bändigen könne. "Das ist vordringlich."

Darin werde dann auch berechnet, ob die Durchmesser der Kanäle ausreichen. "Und vorher wollen wir nichts unternehmen." Sonst müsse man vielleicht eine gerade neu befestigte Straße wieder aufgraben. Zudem verweist Diersch darauf, dass es außer von Gabeli keine weiteren Beschwerden gab.

Eine Beschwerde hat Sandra Vetter nicht, wohl aber eine Bitte - ebenfalls mit Blick auf den Zustand des Weges zu ihrem Anwesen. Die 26-Jährige hat mit ihrer Familie ein Bauernhaus am Ortsrand von Waizendorf gekauft, das sie derzeit saniert. Erschlossen wird ihr Grundstück über einen Feld- und Waldweg, der der Gemeinde gehört. Der Gemeinderat hat dieses Stück eigens umgewidmet, damit die Familie ein Zufahrtsrecht hat.

Die Unterhaltslast liegt jedoch in den Händen der Anlieger. Das bedeutet, dass die auch die Instandhaltung aufkommen müssen, sprich Reparaturen aus eigener Tasche zahlen. Das hat die Familie auf einem Teilstück jüngst getan. Wäre der Weg als Ortsstraße gewidmet, dann müsste das die Gemeinde übernehmen.

Sandra Vetter fände das eine gerechte Lösung, denn der Weg werde von Bauern genutzt, die die Wiesen und den Wald hinter ihrem Haus bewirtschaften und mit den schweren Maschinen den Weg beschädigen.
Und auch mit Blick auf den Winterdienst hätte eine Umwidmung Vorteile. Denn die rund 120 Meter zu ihrem Anwesen muss Familie Vetter selbst räumen - per Hand. "Wir fühlen uns von der Verwaltung ausgeschlossen", bedauert die Mutter einer dreijährigen Tochter.

Im Fall Vetter verweist der Bürgermeister darauf, dass die Familie beim Kauf gewusst habe, auf was sie sich einlässt. Er könne in Waizendorf keinen Präzedenzfall schaffen, betont Diersch. Sein Tipp: Die Anlieger sollten gemeinsam nach einer Lösung suchen.