Ich bin alt genug um zu wissen, dass es nichts schadet, wenn man das, was man tut, auch kann.

Nicht jeder, der schon mal ein Bier gezapft hat, ist auch ein guter Wirt. Nicht jeder, der eine Smartphone-Kamera bedienen kann, ist ein guter Fotograf. Und nicht jeder, der irgendwann mal ein paar Fahrstunden genommen hat, ist ein guter Autofahrer.

Alles muss man lernen. Auch das Falten von Papier. Die Rede ist hier nicht von "Origami", der kunstvollen Faltkunst der Japaner. Vielmehr geht es um sehr schnöde, ganz alltägliche Falt-Stücke.

Beispiel gefällig? Nehmen Sie mal eine handelsübliche Wanderkarte und versuchen, hinter das Geheimnis der Längs- und Querfalten zu kommen. (Dass sich Wanderkarten nach einem geheimen Automatismus prinzipiell so auffalten, dass der Punkt, den man sucht, irgendwo hinterm Falz verschwindet, ist ein Thema für sich.) Oder den Papierflieger, der alles andere ist als Kinderkram. Jedenfalls dann, wenn er wirklich fliegen soll.

Ein Bekannter demonstrierte mir neulich, dass man auch in deutschen Amtsstuben die Kunst des Papierfaltens beherrscht. Bau- und sonstige Pläne würde, so sagte er mir, mit dieser ganz besonderen Technik auf Din-A-4-Maße gebracht. Hab' ich nicht gewusst!

Wenn es noch eines letzten Beweises bedürfte, um zu belegen, dass man's einfach können muss, dann wird der mit den aktuellen Briefwahlunterlagen geliefert. Die nämlich sind nicht fantasielos einmal längs, einmal quer zusammengefaltet. Auch da gibt es ein ganz bestimmtes System mit faszinierender Wirkung. Wer sich sowas ausdenkt - der kann was.