Vor Weihnachten soll das Werk schon erhältlich sein - typische Blasmusik für jeden Geschmack. "Das Tonstudio Först aus Rehau ist auf uns zugekommen und hat angefragt, ob wir nicht gemeinsam eine CD machen möchten", erzählt Lothar Huber, der Dirigent der Untersteinacher Blasmusik. Die Experten hatten sich für die Umsetzung des Projekts vier Musikvereine aus dem Landkreis Kulmbach ausgesucht.

Die Vereine ließen sich nicht lange bitten. "Wir haben schon öfters dran gedacht, eine CD zu machen, aber das ist für einen einzelnen Verein einfach zu teuer", sagt Lothar Huber.

Kosten: 20.000 Euro

Tatsächlich belaufen sich die Produktionskosten für die Aufnahme auf rund 20.000 Euro. Für die beteiligten Vereine entstehen keine Kosten.

Am ersten Novemberwochenende stehen die Aufnahmen auf dem Programm.
"Jeder Musikverein hat fünf Stunden Zeit, um drei Titel aufzunehmen", sagt Huber. Dazu wird die Gastwirtschaft in einen Technikraum umfunktioniert. Der Saal, in dem auch sonst Konzerte stattfinden, wird unter anderem mit Schallschutz versehen, denn es macht einen immensen Unterschied, ob ein Live-Konzert gespielt wird oder ob eine CD-Aufnahme entstehen soll. Der Klang muss anders sein. Denn jeder Hall würde auf einer CD unprofessionell klingen.

"Wir werden auf jeden Fall etwas Typisches für uns spielen. Und ich kann schon so viel verraten - es wird Sister Act dabei sein", sagt Lothar Huber von den Untersteinachern und macht es spannend. Vielleicht werde noch "Over the rainbow" dabei sein. Aber mehr wolle er auf keinen Fall verraten.

Auf der CD, die rund eine Stunde Musik bieten wird, soll sich jede Formation mit der für sie charakteristischen Musik vorstellen. Die Original Fränkische Trachtenkapelle spielt auf jeden Fall den legendären Hit "Nessaja" von Peter Maffay. Aber auch traditionelle Blasmusik wie die Sorgenbrecher-Polka und Franken-Pop werden eingespielt, sagt Christoph Hollweg.

Für die Burghaiger war das Entgegenkommen des Tonstudios eine besondere Freude. "Wir haben letztes Jahr überlegt, ob wir nicht eine CD aufnehmen wollen. Aber dann war keine Zeit - und so etwas ist eben doch sehr aufwändig", erklärt Daniel Richter. Deshalb ließ sich der Musikverein Burghaig nicht zwei Mal bitten, mit von der Partie zu sein. Schon jetzt steht fest, dass die Burghaiger den Konzertmarsch "Salemonia" zum Besten geben wollen. Auch Polkas werden gespielt - voraussichtlich die Polka Nr. 37 und die mit dem schönen Titel "Traum auf Böhmisch", verrät Richter. "Das ist traditionelle Blasmusik, aber schon moderner als Ernst Mosch oder so", sagt Richter und weiß, dass das den Fans der Burghaiger sehr gut gefällt. Schon jetzt üben die Musikvereine für den großen Auftritt.

Stadtkapelle verrät (fast) nichts

Der Vierte im Bunde ist die Stadtkapelle Kulmbach. "Wir verraten nicht, was wir spielen", sagt Dirigent Thomas Besand. Doch dann rutscht ihm doch heraus, dass der bekannte Götterfunken-Inspirations-Marsch von Wilhelm Rumohr auf jeden Fall dabei ist - ein Werk, das an Festlichkeit und Trutzigkeit kaum zu überbieten ist. Die Annenpolka von Johann Strauß, ein Paradestück der Stadtkapelle, darf ebenfalls nicht fehlen. Außerdem ist die Lustspiel-Ouvertüre von Adalbert Kéler Béla im Programm eingeplant. "Auch wir wollen zeigen, wie vielfältig und facettenreich die Blasmusik sein kann", sagt Thomas Besand und freut sich auf das Gemeinschaftsprojekt. "So eine CD ist vielleicht auch mal ein schönes offizielles Geschenk", hofft er dann auf reißenden Absatz in Stadt und Landkreis.

Insgesamt werden an der CD rund 150 Musiker mitwirken. Jeder Verein hat durchschnittlich 35 Aktive, die Stadtkapelle etwas mehr. "Das wird sicherlich eine sehr vielseitige CD", ist Besand überzeugt. Vor der Sommerpause sind die vier Dirigenten noch gnädig, doch in der letzten Probenphase muss an Details und Facetten tüchtig gefeilt werden, sind sich alle einig. Denn auf einer CD ist nun mal jede Note und Nuance zu hören. Und deshalb wollen alle vier Dirigenten ein perfektes Ergebnis abliefern.