Großer Bahnhof für den scheidenden Polizei-Chef: Der Leiter der Kulmbacher Inspektion, Gerhard Renk (60), wurde am Montag bei einer Feier im Sitzungssaal des Rathauses von Oberfrankens Polizeipräsident Alfons Schieder in den Ruhestand verabschiedet - nach über 40 Jahren Dienstzeit, in denen sich Renk nicht nur durch seine Fachkompetenz, sondern auch durch seinen menschlichen Führungsstil ausgezeichnet habe, wie Schieder betonte. Hier lesen Sie das inFranken.de-Interview mit Gerhard Renk.


Das Sicherheitsgefühl

"Kulmbach war mir nicht bloß Pflicht, sondern eine Herzensangelegenheit", sagte Gerhard Renk, der die Dienststelle seit 2004 geleitet hat. In seiner Abschiedsrede machte der Erste Polizeihauptkommissar deutlich, dass es immer das Ziel seiner Arbeit gewesen sei, den Bürgern das Gefühl von Sicherheit zu vermitteln. Oft sei er als erster Mann auch nachts ausgerückt, seine Familie habe zurückstecken müssen. "Meinen Geburtstag musste meine Frau schon mal ohne mich feiern", berichtete Renk, der sich für die Unterstützung bedankte, die er nicht nur Zuhause, sondern immer wieder auch dienstlich " auf allen Ebenen" erfahren habe.


Für gutes Arbeitsklima gesorgt

Polizeipräsident Alfons Schieder blickte auf die ausgezeichnete Bilanz der Kulmbacher Dienststelle, die nicht nur bei Großveranstaltungen wie der Bierwoche oder der Motorradsternfahrt gefordert sei. Schieder sprach auch die Herausforderungen an, die etwa die Jugendbande am Kulmbacher Omnibusbahnhof oder die Versammlung rechter Gruppierungen in Schwarzach mit sich gebracht hätten.

Gerhard Renk habe stets die Fäden in der Hand gehalten, er sei der Garant für die erfolgreiche Arbeit der Inspektion gewesen. Durch seinen offenen Führungsstil habe er zudem für ein konstruktives Miteinander und damit für positives Arbeitsklima gesorgt, lobte Schieder, der Renk die Urkunde des Innenministeriums sowie eine Medaille des Polizeipräsidiums überreichte.

Als einen sehr besonnenen Mann, der durch seinen Weitblick und seine Übersicht lösungsorientierte Entscheidungen getroffen habe, bezeichnete OB Henry Schramm (CSU) den scheidenden Polizei-Chef. "Er war ein Pragmatiker und Praktiker, ein Chef, der sich in schwierigen Situationen nicht weggeduckt hat, sondern vorangegangen ist", betonte das Kulmbacher Stadtoberhaupt.


Auch die Justiz dankt

Im Namen der Justiz bedankte sich der Direktor des Kulmbacher Amtsgerichts, Christoph Berner, bei Renk für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Dass Renk die Kulmbacher Dienststelle vorbildhaft geführt hat, stellte der Vorsitzende des Personalrats, Polizeioberrat Hermann Benker, heraus.

Bei der feierlichen Verabschiedung im Rathaus, die vom Orchester der bayerischen Polizei aus München musikalisch umrahmt wurde, wurde auch Renks Nachfolger Dominik Salosnig vorgestellt, der ab Juni Polizeichef auf Zeit wird. Der 38-jährige Kriminaloberkommissar wird die Geschicke der Dienststelle für sechs Monate leiten - mit der Führung der Inspektion endet für ihn ein langjähriges Förderprogramm bei der oberfränkischen Polizei.