Von der fränkischen Provinz ging es ab in die Großstadt. Es war eine Reise in eine andere Welt, ein Urlaubserlebnis der ganz besonderen Art.

Am Dachfenster haben wir uns die Nasen platt gedrückt und staunend die Riesenflieger beobachtet, die in gefühlt greifbarer Nähe im Start- oder Landeflug über die Häuser gedonnert sind. Die erste U-Bahn-Fahrt in der Main-Metropole - auch so ein Abenteuer für uns Land-Eier, die zuvor höchstens mal mit dem Bus oder einem stinknormalen Zug gefahren waren. Und dann gab es da ja auch immer die etwas beängstigende Seite dieser Großstadt, die damals für ihr Drogenmilieu und ihre hohe Kriminalitätsrate berühmt-berüchtigt war. Zäune um jedes Grundstück und stets verriegelte Gartentore, das war für uns fremd und faszinierend zugleich, standen doch bei uns zu Hause in Kulmbach quasi immer alle Türen offen.

Vieles hat sich seitdem verändert. Fliegen ist längst etwas Alltägliches geworden, Frankfurt hat sich und seinen Ruf aufpoliert, und verschlossene Türen sind mittlerweile auch im Landkreis Kulmbach ratsam.

Für uns die größte Veränderung ist aber: Heute kommen die Frankfurter Verwandten uns besuchen in der oberfränkischen Provinz. Zum Bierfest (wenn es denn stattfindet), Schuhe-Einkaufen (das Riesen-Angebot suchen sie in der City vergebens), Bratwurst-Essen, Wandern, Radfahren, Einkehren und Naturgenießen. So können sich die Dinge wandeln ...