Da half auch das wilde Gestikulieren und Hupen nichts. "So ein Mist", schimpfte am Mittwochmittag ein Autofahrer, der mit seiner Unmutsbekundung nicht weiter kam. Er steckte fest. Wo? In der Wilhelm-Meußdoerffer-Straße, in der er sich mit seinem Audi A 3 stadteinwärts in eine Autoschlange einreihen musste. Dabei stockte der Verkehr nicht nur. Es gab einen gewaltigen Stau, der von der Mälzerei Meußdoerffer auf vielen Hundert Metern Länge bis hin zur Kreuzung zur Lichtenfelser Straße am alten Friedhof ging.

Die Baustellen

Warum es zu den chaotischen Verhältnissen kommt? Die Polizei steht vor einem Rätsel. "Ich kann mir das nicht erklären. Die Verkehrsführung läuft stadteinwärts ja wie immer", sagt stellvertretender Inspektionsleiter Klaus-Peter Lang, der natürlich weiß, dass es in dem Bereich zurzeit schon einige Baustellen gibt. Die Zufahrt zur Weiherer Straße ist seit Wochenbeginn gesperrt: Dort finden Maßnahmen zum Hochwasserschutz statt. Die Meußdoerffer-Straße ist nur im Einbahnverkehr befahrbar, stadtauswärts gesperrt, weil auch dort eine Baustelle eingerichtet worden ist. Es werden Leitungen für den neuen Glasfaseranschluss an der Pestalozzischule verlegt.

Die Umleitung

Wer aus der Stadt Richtung Schauerkreuzung fahren will, muss deshalb den Umweg über die Luitpoldstraße und die Flessastraße nehmen. Und nicht zuletzt wird auch in der Pestalozzistraße gebaut: Die dortigen Verkehrsbehinderungen stehen im Zusammenhang mit der Errichtung des Wohngebäudes in der Pestalozzistraße 9 durch die Firma Konzept.

Das sagt die Polizei

Für viele Autofahrer steht fest: Die Baustellen sind der Grund für die großen Stauungen. "Die können nicht das Problem sein", meint indes Polizeisprecher Klaus-Peter Lang, der darauf verweist, dass der Verkehrsfluss stadteinwärts durch die Baustellen ja nicht gebremst wird. Eine Streife sei Mittwochfrüh auch vor Ort gewesen, habe keine größeren Probleme festgestellt. "Der Verkehr hat sich gestaut, aber es war so wie immer."

Stau am Morgen

Dass es zu Wochenanfang gerade auch im morgendlichen Berufsverkehr zu größere Stauungen gekommen ist, berichten uns Leser. "Ich wollte am Dienstag von der B 85 in die Innenstadt fahren. Weil der Verkehr sich in der Meußdoerffer-Straße bis hin zur Schauerkreuzung gestaut hat, musste ich zwei Rotphasen abwarten, bis ich überhaupt Richtung Stadt abbiegen konnte", sagt ein Mainleuser, der die vielen Baustellen als mögliche Ursachen ausgemacht hat.

OB bittet um Verständnis

Und was sagt die Stadt? "Dass es entlang der Wilhelm-Meußdoerffer-Straße und der Pestalozzistraße zu Überschneidungen öffentlicher und privater Baustellen kommt, ist natürlich insbesondere für die Verkehrsteilnehmer unerfreulich", meint OB Ingo Lehmann (SPD), der betont, dass die Arbeiten in der Weiherer Straße von großer Bedeutung seien, "kommen sie doch dem Hochwasserschutz in Kulmbach zugute". Er macht deutlich, dass alle Auftraggeber auf die Verfügbarkeit der ausführenden Betriebe angewiesen sind. "Dass diese derzeit alle gut ausgelastet sind, ist kein Geheimnis, daher sind wir als Stadt froh über jede Maßnahme, die wir durchführen können." Er bittet um Verständnis für die "Unannehmlichkeiten". "Allerdings sind alle städtischen Baustellen wichtige Investitionen in die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt."

Entspannt sich jetzt die Situation

"Unannehmlichkeiten", die nicht wenigen Autofahrern sauer aufstoßen. Doch wer weiß, vielleicht werden diese ja schon bald geringer. Heute ist der letzte Schultag, die Ferienzeit beginnt. Der Verkehr, der Richtung Stadt fließt, dürfte in den nächsten Wochen weniger werden.