Die vier Gegenstimmen kamen von : Steffen Hühnlein, Sebastian Türk, Norbert Erhardt und Dieter Pöhlmann (alles CSU).

54 Besucher - alle mussten sich vorher anmelden und erhielten Plätze zugewiesen - verfolgten die Diskussion in der neuen Turnhalle. Der zentrale Punkt: Wie stellt sich der Gemeinderat zum Planfeststellungsverfahren zur Ortsumgehung?

"Das Thema bewegt viele Menschen, es gab in der vergangenen Woche viele Gespräche", erklärte eingangs Bürgermeister Robert Bosch (CSU). "Die Entscheidung fällt nicht leicht, es gibt viel Für und Wider", stellte er der Diskussion voraus, die Detlef Weißmann (SPD) eröffnete. Er könne zwar verstehen, dass Gewerbetreibende, die direkt an der Straße liegen, mit Umsatzeinbußen rechnen, und Bürger durch die neue Straße eine Lärmbelastung fürchten. "Aber die direkten Anlieger der B 289 warten seit Jahrzehnten darauf, dass die Umgehung gebaut wird", sagte Weißmann.

Steffen Hühnlein (CSU) äußerte Verständnis für den Wunsch der Mainrother nach der Umgehung, in Fassoldshof und Rothwind sei die Lage aber nur für fünf bis sechs Häuser vergleichbar. "Der Rest wohnt weiter von der Straße weg." Er verwies im Falle des Umgehungsbaus auf den Eingriff in die Natur ("Unser schönes Maintal wird eklatant darunter leiden") und auf den Verlust von 25 Hektar landwirtschaftlicher Fläche. Er sei deshalb gegen die Umgehung.

Anders sah das Otto Zitzelsberger (FDP): "Das Projekt ist bis ins Detail geplant, der Flächenverbrauch hält sich in Grenzen, der Nutzen ist eindeutig."

Hanne Lindner (FW) betonte, dass es die Forderung nach der Umgehung schon lange gebe. "Ich kann mich erinnern, dass in jeder Bürgerversammlung die Frage kam, wann es losgeht." Sie sei die Trasse abgelaufen und könne sagen: "Schonender hätte man nicht planen können." Deshalb werde sie zustimmen. Sie bedauere, dass das Projekt einen Keil zwischen die Orte treibe. Ihr Fraktionskollege Tobias Pieper verwies auf die Chancen, die durch die Umgehung entstehen würden.

Laut Erich Schiffelholz (ABL), selbst engagierter Naturschützer, ist es um die Artenvielfalt auf der vorgesehenen Fläche nicht gut bestellt. "Die Vogelvorkommen dort werden immer weniger, es ist eher Agrarland." Abgesehen von einigen biotopkartierten Hecken sei es "kahl und brach".

Dieter Pöhlmann (CSU) verwies aus Sicht eines Jägers auf die Auswirkungen auf das Wild, dem "wieder was weggenommen wird". Er sprach sich ebenso wie Norbert Erhardt gegen das Projekt aus. Erhardt kritisierte, wie leicht hier landwirtschaftliche Flächen aufgegeben werden. "Land kann man nicht vermehren", warnte er.

Für Brigitte Lauterbach (ABL) war die Zustimmung des Mainleuser Gemeinderats im Jahr 2010 "so etwas wie ein Vertrag", an den sie sich halten wolle. Sie habe die Argumente für und gegen die Umgehung in die Waagschale gelegt und sei zu dem Ergebnis gekommen: "Die Bilanz derer, die entlastet werden, ist größer."

Schließlich stimmten die Räte mit 16:4 grundsätzlich dem Bau zu. Zugleich fordern sie Lärmschutzmaßnahmen für die Anwesen zusätzlich zum geplanten Flüsterasphalt. Im Verhältnis zu den Gesamtkosten sei dies nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Bei aktiven Lärmschutzmaßnahmen wäre die Kommune bereit, ihre Flurstücke mit einzubringen.