Die Mainleuser Gemeinderatssitzung am Montagabend verspricht spannend zu werden: Denn dann werden die Kommunalpolitiker ihre Stellungnahme zur geplanten Umgehung Mainroth/Rothwind-Fassoldshof abgeben. Das Vorhaben ist umstritten, sowohl Gegner als auch Befürworter haben in den vergangenen Tagen Unterschriften gesammelt und im Rathaus abgegeben.

Wie Bürgermeister Robert Bosch (CSU) erklärte, lagen bis Freitagmittag 88 Unterschriften von Unterstützern des Projekts vor. "Alles Bürger aus Rothwind und Fassoldshof, die überwiegend nahe der jetzigen Bundesstraße 289 wohnen." Darunter sei auch eine Person, die sich noch in der Bürgerversammlung gegen den Bau der Umgehungsstraße ausgesprochen hatte.

Dagegen stehen die Unterschriften von 151 Gegnern, von denen 124 aus Rothwind und Fassoldshof stammen sowie 27 aus Witzmannsberg, Eichholz, Eichberg und Schwarzholz.

Wie werden sich die Räte nun am Montag bei der Abstimmung verhalten? Bürgermeister Bosch hat für sich bereits eine Entscheidung getroffen: "Ich habe mich entschlossen, für die Umgehung zu stimmen, weil sich für die Bürger, die jetzt unter der Straße leiden, die Lebensqualität verbessern wird."

In den Augen von Bosch habe jeder - Befürworter wie Gegner - berechtigte Anliegen. "Hier muss man einfach eine Abwägung vornehmen."

Er verwies auch auf die langwierige Entwicklung des Projekts. "Eine Umplanung würde wieder Jahre dauern." Er betonte zudem, dass über die Umgehungsstraße immer öffentlich beraten wurde und erst in der Schlussphase, etwa seit 2017, Widerspruch laut geworden sei.

Der Bau der Umgehung wurde jahrzehntelang gefordert. In einer Sitzung im Jahr 2010 stimmte der Mainleuser Gemeinderat den Planungen zu. Damals, wie auch in den Folgejahren, gab es keinen Widerstand gegen das Vorhaben.

Erst in den vergangenen drei, vier Jahren wurden Gegenstimmen laut. In der Bürgerversammlung vor rund einer Woche, in der Vertreter des Staatlichen Bauamts Bayreuth die Planungen vorgestellt hatten, wurde überraschend massiver Protest geäußert.

In den Folgetagen sammelten dann die Befürworter der Umgehung Unterschriften, um ihrer Forderung nach einem Neubau der B 289 um die Dörfer herum Nachdruck zu verleihen. Das Gleiche taten daraufhin auch die Gegner des Projekts.

Am Montag muss sich nun der Gemeinderat in seiner Sitzung, die um 19 Uhr in der neuen Turnhalle beginnt, zu der Thematik äußern, ihre Stellungnahme zur Planfeststellung abgeben. Die Anzahl der Zuhörerplätze ist wegen Corona beschränkt. Einlass ist nur nach vorheriger Anmeldung vorgesehen. Anmeldungen werden unter der Telefonnummer 09229/878-0 oder unter der E-Mail-Adresse poststelle@mainleus.de entgegengenommen.

Rund 9000 Fahrzeuge passieren täglich die B 289, die eine wichtige Verbindung zwischen Coburg, Kulmbach und Bayreuth darstellt - darunter viel Schwerlastverkehr.

Inzwischen befindet man sich im Planfeststellungsverfahren. Die Trasse, die nicht nur Rothwind und Fassoldshof, sondern auch Mainroth auf Burgkunstadter Gebiet entlasten soll, soll neben der Bahnlinie verlaufen und 90 Prozent des Schwerlastverkehrs sowie 80 bis 90 Prozent des Gesamtverkehrs aus den Ortschaften heraushalten.

Seit 2003 steht die Ortsumfahrung der Dörfer im vordringlichen Bedarf des Bedarfsplans Bundesfernstraßen. Sie ist 4,7 Kilometer lang, die geplanten Baukosten belaufen sich auf 45,4 Millionen Euro.