Donald Trump tut es, Cristiano Ronaldo auch - und Thomas Tuchel hat via Twitter seine Entlassung als Trainer von Borussia Dortmund bekanntgegeben. Der Kurznachrichtendienst eignet sich, um mit wenigen Worten eine Botschaft in die Welt zu senden. Promis haben bei Twitter massenhaft Fans, die ihren Nachrichten folgen. Bei Trump sind es 32 Millionen solcher Follower.

Von solchen Zahlen kann Julian Seiferth nur träumen. Lediglich 100 Follower interessieren sich für Nachrichten des Juso-Kreisvorsitzenden aus dem oberfränkischen Kulmbach. Jetzt macht er jedoch im Netz Furore, weil er CDU-Spitzenpolitikerin Julia Klöckner die Meinung zwitschert.


SPD ist empört

Warum die Aufregung? In der SPD ist man aufgebracht wegen einer Äußerung der stellvertretenden CDU-Parteivorsitzenden. Sie hat sich nach dem krankheitsbedingten Rücktritt von Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) aus Mecklenburg-Vorpommern zum Personalkarussell der Sozialdemokraten geäußert. Die bisherige Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig soll Sellerings Posten übernehmen. Die bisherige SPD-Generalsekretärin Katarina Barley wird Schwesig beerben. Und SPD-Chef Martin Schulz hat sich Hubertus Heil als neuen Generalsekretär ausgeguckt. Kommentar von Klöckner: "Rechnet sich Herr Schulz mit neuem Generalsekretär mehr Chancen aus? Wer lässt vier Monate vor der Wahl schon seine Generalsekretärin gehen."

In der SPD ist die Empörung groß. Julia Klöckner handelt sich scharfe Kritik ein. Sie habe sich im Ton vergriffen, ist noch eine der harmlosesten Antworten. Von Wahlkampftaktik des SPD-Kanzlerkandidaten könne keine Rede sein. Ihre Aussage sei pietätlos.


Stegner, Seiferth, Gysi

Bei großen Internetportalen wie web.de oder gmx.de (den vollständigen Bericht lesen Sie hier) wird unter anderem der stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Ralf Stegner, Bad Dürkheim, zitiert: "Wenn der Anstand völlig abhanden gekommen ist, macht man solche Kommentare wie Frau Klöckner."

Danach kommt gleich der Kulmbacher Juso-Vorsitzende. "Ein SPD-Politiker erkrankt schwer und muss von seinen Ämtern zurücktreten. @CDU packt christliche Nächstenliebe aus", schreibt Julian Seiferth. Und er legt nach: "Zu sehr im Wahlkampfmodus, zu wenig Mensch?" Auch Die-Linke-Urgestein Gregor Gysi schimpft: "Sie empathiebefreite Prinzessin auf der Erbse."


Kulmbacher diskutiert "zum Spaß"

Prominente Gesellschaft, in der sich Julian Seiferth befindet. Als Twitter-Held fühlt sich der Kulmbacher dennoch nicht. "Es hat mich empört, was Julia Klöckner da getwittert hat", sagt er auf Anfrage von inFranken.de. "Es war spontan, dass ich mich geäußert habe. Ich diskutiere ein bisschen zum Spaß." Er habe keine Ahnung, "wie die auf mich gekommen sind. Es war wohl mein Glück, dass sich Ralf Stegner dafür interessiert hat." Der Jungsozialist aus der fränkischen Provinz ist überrascht, hat aber nichts gegen die große Resonanz einzuwenden.