Inmitten eines Blumenmeers in der Gärtnerei Nemmert verkündete Bayerns Bauministerin Kerstin Schreyer (CSU) am Freitagabend die Nachricht, die von vielen Kauerndorfern seit Jahren sehnlichst erwartet wird: Das Bundesverkehrsministerium hat die Ortsumfahrung Kauerndorf mit Tunnelbau in den Entwurf des Straßenbauplans 2022 aufgenommen. Damit ist die Finanzierung des 90 Millionen Euro teuren Projekts in trockenen Tüchern.

Die Ausführungspläne beim Bauamt Bayreuth laufen bereits auf Hochtouren, das Auswahl- und Vergabeverfahren soll noch in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden. "Ich freue mich riesig, dass jetzt auch vom Bund alle Aufgaben geregelt sind", so Schreyer. Wenn alles normal abläuft, soll der "Anschlag" für den Tunnelbau - das ist eine symbolische Handlung vergleichbar mit dem ersten Spatenstich - im Jahr 2024 erfolgen. Bis zum Jahresende 2026, Anfang 2027 soll das Großprojekt fertiggestellt sein.

Tunnel bei Kauerndorf: Fertigstellung bis Ende 2026 geplant

Baudirektor Kurt Schnabel vom Staatlichen Bauamt Bayreuth sagte: "Wir haben jetzt grünes Licht, um mit der ganz konkreten Umsetzung der Maßnahme zu beginnen." Projektleiter Fritz Baumgärtel vom Staatlichen Bauamt gab die Details zum Tunnelbau bekannt. Es sei für die Straßenbauer eine völlig neue Aufgabe, das schützenswerte Gebiet vom Mühlberg mit einem Tunnel zu unterqueren. "Das ist natürlich eine besondere Herausforderung, so ein Projekt zu planen." Bereits Ende dieses Jahres soll mit den Vorbereitungsmaßnahmen begonnen werden, momentan werden Bodenerkundungen gemacht. Ein Ziel sei auch, im Zuge des Baus die Trinkwassergewinnungsanlage der Stadt Kulmbach zu schützen. Die Fertigstellung des Tunnels bis Ende 2026 nannte Projektleiter Baumgärtel ein "großes Ziel". Aber auch in Untersteinach habe man es geschafft, diese Ziele einzuhalten.

Einige Anlieger ließen es sich nicht nehmen, mit einem Glas Sekt auf die Nachricht anzustoßen. Anlieger Manfred Hahn sagte: "Ich war total überrascht, dass nun endlich der Startschuss fällt. Wir sind glücklich, dass es los gehen kann, aber gleichzeitig auch traurig, dass unser Reinhold Dippold das nicht mehr erleben kann. Wir wollen aber auch unseren Hartmut Angermann nicht vergessen, der schon in den 1970er Jahren für die Umgebung gekämpft hat."

Gerhard Wehner meinte: "Die Nachricht ist eine Erleichterung für uns Kauerndorfer und für mich heute das schönste Geburtstagsgeschenk. Im Nachhinein ist die Ortsumfahrung ein Vorteil für alle, auch für die Gegner, die uns dankbar sein sollten." Und Stephan Dippold ergänzte: "Mein Vater hatte viele Jahre für die Umgehung gekämpft und sehr viel Herzblut reingesteckt. Ich bin stolz darauf, dass er zu diesem Erfolg mit beigetragen hat. Aber es ging meinem Vater nicht nur um Kauerndorf, sondern immer um die gesamte Region."

Bürgermeisterin aus Ködnitz: "Haben lange darauf gewartet und dafür gekämpft"

Den Termin am Freitag in Kauerndorf ermöglicht hatte die Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU), der der Dank aller Beteiligten für ihren Einsatz für den Kauerndorfer Tunnel galt. Bauministerin Kerstin Schreyer: "Ihr habt hier in der Region das große Glück, mit Emmi Zeulner eine sehr gute Abgeordnete zu haben." Zeulner wiederum richtete ihr Lob an die Staatlichen Bauämter in Bayreuth und Bamberg, die eine hervorragende Arbeit leisteten.

Landrat Klaus Peter Söllner (FW) freute sich über die aktuelle Nachricht und betonte, dass die Kauerndorfer seit Jahrzehnten auf diese Maßnahme warten: "Es ist eine tolle Geschichte, aber es hat schon Zeiten gegeben, da hat man schon nicht mehr damit gerechnet."

Auch Bürgermeisterin Anita Sack (FW) drückte ihre Freude für die Gemeinde Ködnitz aus: "Wir freuen uns natürlich total, nach so langer Zeit, denn wir haben schon lange darauf gewartet und lange dafür gekämpft."