Als Daniela und Frank Ebert (37) vor einigen Jahren im Kulmbacher Tierheim Dackeldame Cindy entdeckten, zögerten sie lange. Denn beide sind Journalisten und tagsüber viel unterwegs. Und wo sollte der Hund dann bleiben? So nahmen sie den Langhaardackel zwar bei sich auf, brachten ihn aber morgens immer zum Hundesitting ins Tierheim zurück.

Dann wechselte Daniela Ebert von TV Oberfranken in Hof zu Radio Plassenburg nach Kulmbach. "Eines Tages hatte ich keine Zeit mehr, um Cindy früh im Tierheim abzugeben. Also nahm ihn mit in die Redaktion. Er hat dann gleich mit allen Kollegen sehr freundlich getan und auf ,best friend' gemacht", erzählt Daniela Ebert.
Inzwischen ist der Langhaardackel längst der Redaktionshund. Er spielt Fußballorakel und bekommt eine Nikolausmütze aufgesetzt. "Ich gehe früh mit ihm raus und dann muss ich vielleicht noch ein Mal am Tag kurz vor die Tür. Mehr nicht.
Das klappt gut", erzählt Daniela Ebert. Der Langhaardackel liegt ansonsten unterm Schreibtisch und begrüßt Neuankömmlinge schon mal mit einem Bellen. "Sie weiß inzwischen, dass sie im Studio die Klappe halten muss", erklärt Daniela Ebert.

Doch Cindy ist nicht der einzige Vierbeiner in Kulmbach, der mit ins Büro darf. Auch bei Vermögensberater Sebastian Resch (27) und seiner Freundin Katja di Lascio (21), die in der gleichen Firma eine Ausbildung zur Finanzkauffrau macht, darf der beste Freund der beiden nicht fehlen.

Der Chihuahua Teddy ist erst ein halbes Jahr alt und gerade mal 1,5 Kilo schwer. Er sitzt oft wie ein Wachhund vor der Tür, doch kaum nähert sich ein Kunde, rennt er rein und verzieht sich in seine Kuscheltasche.
"Ich habe den Hund mit 14 Wochen bekommen", erzählt Katja. "Er unterhält das ganze Büro, weil er so verspielt ist und manchmal durch die Gegend rennt." Wegen seiner Größe und seines putzigen Aussehens macht Teddy niemandem Angst, noch nicht einmal, wenn er bellt. Und Teddy übernimmt auch Bürofunktionen. Er hilft beim Auspacken, hüpft in Kartons.


Die Berner Sennenhunde machen keinen Muckser

Ein ganz anderes Kaliber hat dagegen der Chef der Firma Schüler - Falk Walther: Berner Sennenhunde. "Meistens nehme ich sie schon als Welpen mit. Dann sind immer alle begeistert, weil das so drollige Kerlchen sind. Aber innerhalb der ersten Monate legen sie enorm zu", lacht der Chef der Textilveredelungsfirma.

So richtig erschrocken hat sich noch niemand vor den 35 bis 50 Kilogramm schweren Hunden. Auch dann nicht, wenn der Berner mal die Pfote auf die Schulter legt oder jemanden knutscht, den er besonders lieb hat. "Die Mitarbeiter sehen sie ja aufwachsen", sagt Walther.

Die beiden Berner Sennenhunde sind tatsächlich ruhiger als ihre kleinen Büro-Artgenossen. Sie machen es sich auf dem Besucher-Sofa gemütlich oder legen sich rechts und links unter Herrchens Schreibtisch und machen keinen Muckser. Falk Walther nennt gleich vier stolze Exemplare sein eigen. Zara (9), Chilli (6), Beryl (3) und Dhala (1). Ehefrau Annett teilt die sindLeidenschaft ihres Mannes und nennt den Grund: "Das sind wirklich Familientiere. Die sind nur dann zufrieden, wenn sie ihre Familie um sich haben."