Auf den neuen Abgeordneten wartet bereits reichlich Arbeit. Nach dem erfolgreichen Wahlkampf geht es nun darum, Versprechen einzulösen, sich um die Anliegen der Menschen in der Region zu kümmern. "Dafür wurde ich gewählt, und das werde ich jetzt auch mit ganzer Kraft tun." Massenweise Glückwünsche habe er in den letzten Wochen bekommen, dazu aber auch gleich stapelweise Anträge aus ganz Oberfranken. Die Bürger nehmen den Neuen beim Wort und fordern seine Aufmerksamkeit.
Das große Kennenlernen
Der erste Arbeitstag des neuen Landtags ist nicht nur für Rainer Ludwig etwas Besonderes. Martin Schöffel hat die konstituierende Sitzung bereits zum dritten Mal erlebt. "Aber es ist jedes Mal anders. Diesmal war ich sehr gespannt, wie's werden wird - mit den sechs Fraktionen, und dem größeren Parlament. Ich habe ganz viele neue Kollegen. Gefühlt ist der halbe Landtag neu besetzt. Man nutzt die ersten Begegnungen, um die Leute kennenzulernen."
Die Stimmung in der CSU-Fraktion sei sehr gut. "Wir erachten den Koalititionsvertrag als Bestätigung unserer Arbeit." Positiv sei, dass es an keiner Stelle mit den Freien Wählern inhaltliche Probleme gegeben habe und der Vertrag "in Rekordzeit" stand.
Dazu komme die Wahl von Markus Söder zum Ministerpräsidenten. Ilse Aigner sei mit 198 der 205 Stimmen zur Landtagspräsidentin gewählt worden. Das sei ein schöner Erfolg.
Trotzdem gibt es Hausaufgaben: "Die Bundesregierung muss bürgernäher werden. Viele Debatten der vergangenen Monate haben uns in der CSU geschadet und sich negativ auf unser Landtagswahlergebnis ausgewirkt." In diesem Sinne habe auch Markus Söder an alle Abgeordneten appelliert. "Wir können nie genug mit den Menschen im Gespräch sein. Wir müssen wissen, was sie von uns erwarten und gemeinsam beraten, wie wir das Beste erreichen können."
Viele Aufgaben, viel Arbeit
Auf Schöffels Prioritätenliste ganz oben stehen der Universitätsstandort Kulmbach, Städtebauförderung und Dorferneuerung, aber auch die Landarztquote und allgemein die finanzielle Unterstützung der medizinischen Versorgung.
In der SPD-Fraktion blicken die Abgeordneten nach dem Wahldebakel wieder nach vorn. Man hat sich sortiert, das Ergebnis der Landtagswahl in der Ferienwoche verarbeitet.
Aures nicht mehr Vizepräsidentin
Inge Aures will sich vor allem auf ihre Arbeit im Stimmkreis konzentrieren. Sie war in den vergangenen fünf Jahren Landtagsvizepräsidentin. Im neuen Landtag nimmt diese Aufgabe für die SPD-Fraktion jetzt Markus Rinderspacher wahr. "Ich habe nicht kandidiert", sagt Aures: "Unser Stimmkreis ist riesengroß, und die Arbeit vor Ort ist mir sehr wichtig." Außerdem habe sie eine Vielzahl ehrenamtlicher Aufgaben zu bewältigen.
Ihr Büro direkt im Landtag musste sie damit aufgeben, aber das ist kein Problem für die Kulmbacherin: "Ich habe natürlich weiterhin mein Abgeordnetenbüro, das nur drei Minuten vom Landtag entfernt ist."
Gemeinsam für die Region zu arbeiten - dieses Ziel verbindet die drei Abgeordneten. "Ich sehe mich als ein Team mit Martin Schöffel und Inge Aures. Das Verhältnis ist sehr harmonisch. Wir werden gut miteinander auskommen", sagt Rainer Ludwig. Martin Schöffel und Inge Aures stimmen ihm zu, wenn er sagt: "Es geht uns allen um die Sache. Wir haben einen Auftrag, und den wollen wir so gut wie möglich erfüllen!"