Die Vollsperrung der Bundesstraße 303 im Bereich des Stadtsteinacher Ortsteils Höfles wird heute aufgehoben. Das hat das Staatliche Bauamt Bayreuth auf Anfrage bestätigt. Mit der Öffnung der Strecke endet eine Phase, in der die Kraftfahrer große Umwege in Kauf nehmen mussten.

Negative Auswirkungen hat die Maßnahme aber auch für die Stadt Stadtsteinach nach sich gezogen. Sie steht nun vor erheblichen Ausgaben für die Sanierung für Strecken, die als örtliche Umleitung genutzt wurden.

Gute Nachricht für 2022

Eine gute Nachricht gibt es jedoch: Wenn 2022 die Brücke über den Schindelbach abgerissen und durch eine neue ersetzt wird, werden keine weitläufigen Umleitungen mehr nötig sein.

Die dreiwöchige Sperrung der Ortsdurchfahrt im Zuge der B 303 war nötig, um die bestehende Fahrbahn komplett auszutauschen. Das betraf den Bereich bei Unterzaubach auf Höhe des Ortsteils Höfles. Dort wird auch der Anschluss an den künftigen Kreisverkehr hergestellt.

Einschränkungen im Berufsverkehr

Im Rahmen dieses Projekts legt die Stadt Stadtsteinach ferner die Gehwege im betroffenen Bereich neu an. Zudem sind Leitungen und Kanäle zur Straßenentwässerung neu zu verlegen.

Für die Vollsperrung ab dem 16. August hatte das Staatliche Bauamt vor Einschränkungen im Berufsverkehr gewarnt. Man habe die Arbeiten in die Sommerferien gelegt, um Behinderungen für den Schulbusverkehr zu vermeiden. Von Kronach kommend folgte die offizielle Umleitung ab Zettlitz über Grafendobrach nach Kulmbach, ab Kulmbach dann weiter über Untersteinach in Richtung Stadtsteinach. Aufgrund der doch erheblichen Umwege und Zeiteinbußen nutzten viele Ortskundige Schleichwege, um die Baustelle zu umgehen.

Bankette ausgefahren

So wurde die Gemeindeverbindungsstraße von Stadtsteinach nach Baumgarten häufig in Anspruch genommen. Die Bankette dort sind durch die starke Beanspruchung ausgefahren und weisen auf der abschüssigen Strecke tiefe Rinnen auf. Auch die Strecke von Stadtsteinach über Frankenreuth und Römersreuth diente als Bypass-Lösung. Beide Fahrbahnen sind sehr schmal: Im Begegnungsverkehr müssen selbst Autos das Bankett befahren. Mit Folgen: Es hält der vermehrten Belastung kaum stand und weist jetzt entsprechende Schäden auf. An vielen Orten ergaben sich tiefe Spurrinnen in dem vom Regen aufgeweichten Boden.

Dies aber stellt die Stadt Stadtsteinach nunmehr vor größere Ausgaben. Da es sich bei den genannten Strecken um Gemeindeverbindungsstraßen handelt, trägt die Kommune die Baulast. Das heißt, sie muss für die finanziellen Folgen der Beschädigungen geradestehen. "Das ergibt sich aus der stringenten rechtlichen Situation", verdeutlichte Bürgermeister Roland Wolfrum (SPD).

Nachdem der Bund diese lokalen Umleitungen nicht als offizielle Umfahrungen ausgewiesen habe, trage er auch nicht die Folgekosten der Beanspruchung. Ungeachtet dessen will Wolfrum mit den zuständigen Stellen verhandeln, ob man aufgrund der besonderen Situation nicht doch noch eine Unterstützung bei der Reparatur erhalten könne. Eine Sanierung größeren Ausmaßes allerdings deutet sich nicht an: "Wir werden das mit den beschränkten Mitteln unseres Bauhofs lösen müssen."

Brücke über den Schindelbach wird abgerissen

Für das kommende Jahr wird sich eine vergleichbare Situation ergeben. Eine weitere Vollsperrung ist geplant, weil dann die Brücke über den Schindelbach nahe des Rewe-Markts abgerissen werden muss. Sie weicht einer Neukonstruktion. Die Auswirkungen dieser Maßnahme dürften allerdings geringer ausfallen: Sie wird erst dann angepackt, wenn die neue Ortsumfahrung genutzt werden kann.

Konkret bedeutet dies, dass die umständlichen und langen Umleitungen nicht mehr nötig sein werden. Darauf wies Jan Oertel, Projektleiter beim Staatlichen Bauamt, hin.

Freigabe noch in diesem Jahr

Nach Einschätzung der Behörde soll die neue Umgehung noch im Laufe dieses Jahres freigegeben werden. Derzeit wird der neue Kreisel im Stadtsteinacher Norden angelegt, seine Ausmaße sind bereits erkennbar.

Weit vorangeschritten sind auch die Maßnahmen an der Alten Pressecker Straße, wo unterhalb des Salem-Komplexes eine Brücke entstanden ist. Auch im Zuge der weiteren, insgesamt 3,5 Kilometer langen Strecke sind die Arbeiten weit gediehen.