Das neue Konzept des Stadtsteinacher Weihnachtsmarkts auf dem Kirchplatz hat seine Feuertaufe bestanden: Höhepunkt war der Auftritt des Christkinds. Bis zuletzt war es ein wohlgehütetes Geheimnis, dass Emely Hildner als erstes Stadtsteinacher Christkind in die Geschichte des ökumenischen Weihnachtsmarktes eingehen wird. Bei knackigen Minustemperaturen feierten die Stadtsteinacher den Frost einfach weg.


Stress mit Lockenwicklern

Für die Zehnjährige war es ein stressiges Wochenende. "Das Kleid und die Krone habe ich bekommen", erzählt sie ganz aufgeregt. "Aber ich musste die Haare noch auf Lockenwickler drehen. Das hat gedauert."

Als das Organisationsteam des Weihnachtsmarktes - Knud und Hermanita Espig und Jonas Gleich - auf die Idee kamen, ein Christkind zu präsentieren, ließ sich Emely nicht lange bitten. "Ob Mann, ob Frau, ob groß, ob klein - ein jeder, der kommt, soll willkommen sein. Kleine Buden stehen dicht an dicht, geschmückt mit reichlich Tannengrün, und mittendrin in hellem Licht, erstrahlt die Stadtpfarrkirche schön", hieß es im Prolog des Christkindes.

Weihnachten mag Emely sehr gerne. Die Familie geht in die Kirche - und hinterher ist dann das Wohnzimmer verschlossen. "Als kleines Kind habe ich mal geschaut, aber ich konnte nichts sehen. Da sind Decken vor die Tür gehängt worden."

Beim Weihnachtsmarkt sangen die Kindergartenkinder weihnachtliche Lieder. Und natürlich ließ sich auch der Nikolaus blicken und verteilte die süßen Weckmänner. Außerdem sorgten der Musikverein Stadtsteinach und der Chor "Akustika" für gute Unterhaltung.


Exotisches auf dem Teller

Eine Attraktion war der Stand des Asyl-Helferkreises. Gemeinsam mit Flüchtlingen hatten die Helfer ein Buffet mit Spezialitäten aus Syrien und dem Iran zubereitet. Die Palette reichte von iranischer Linsensuppe über würzige Salate bis zu Fleischklößchen nach syrischer Art und gefüllten Weinblättern.

Auch die Stadtsteinacher Vereine und Institutionen hatten sich viel Mühe gegeben. Bürgermeister Roland Wolfrum schenkte persönlich Glühwein aus, die evangelische Kirchengemeinde backte Waffeln, und das Jugendparlament kochte heiße Schokolade mit Sahne.


Orientalische Krippen im Trend

Natürlich gab es auch viele andere Dinge - Selbstgemachtes, Dekoratives, Nützliches und Tannenbäume. Monika Kotschenreuther hatte einen Krippenstand aufgebaut. "In diesem Jahr liegen die orientalischen Krippen richtig im Trend", zog sie Bilanz.

Der Weihnachtsmarkt hatte mit einer weiteren Neuerung aufzuwarten: Am Vorabend fand ein Jugendgottesdienst statt, anschließend wurde bis Mitternacht gefeiert. Bei Temperaturen von minus acht Grad waren allerdings vor allem die Plätze um die große Feuerschale heiß begehrt.