Die Jugend liegt den Stadtsteinacher Stadträten am Herzen, und so sind sie gerne bereit, Geld in die Hand zu nehmen, um dem Nachwuchs Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung zu eröffnen. Umso mehr ärgern sich die Mitglieder des Gremiums, wenn durch Vandalismus die Bemühungen wieder zunichte gemacht werden, wie dies beispielsweise beim Skaterplatz und dem benachbarten Wasserhaus geschehen ist. Der Bereich wird künftig videoüberwacht, um weitere Zerstörungen zu vermeiden.

Trotz dieser Vorfälle beschlossen die Stadträte, den Wunsch des Jugendparlaments nach einem Jugendraum im Anbau des Rathauses zu erfüllen. Dort sollen regelmäßige Treffen für die Kinder und Jugendlichen stattfinden - unter Aufsicht einer pädagogischen Fachkraft.

Die Jugendlichen hätten gerne eine kleine Küche in dem bisher als Lagerfläche genutzten Raum und haben sogar eine entsprechende Spende organisiert. Die Kosten für die Herstellung der Wasserversorgung- und Abwasserentsorgung werden auf rund 5000 Euro geschätzt. Mit Eigenleistungen wird es günstiger.

Der Stadtrat möchte außerdem die Chance nutzen, neben dem Jugendraum ein seit langem von den Bürgern gewünschtes öffentliches WC zu schaffen, das auch außerhalb der Öffnungszeiten des Rathauses genutzt werden kann. Das kostet noch einmal rund 6000 Euro.

Jugendparlament packt mit an

Für die Renovierungsarbeiten hat das Jugendparlament tatkräftige Hilfe angeboten. Jugendsprecher Harald Hempfling (CSU) machte deutlich: "Mehr als 90 Prozent unserer Jugendliche engagieren sich für ihre Sache und wissen unsere Unterstützung zu schätzen. Es sind ein paar Chaoten, die alle in ein negatives Licht stellen."

Das ist allen Stadträten bewusst. Doch um Vandalismus in Zukunft zu unterbinden beziehungsweise die Täter zu erwischen, soll auch der Zugang zu Jugendraum und Toilette mit Videokameras überwacht werden. Knud Espig (SPD) stellte sogar zur Diskussion, eine Belohnung für Hinweise auf die Täter auszusetzen. Rudolf Graß, als Zuhörer Stammgast in allen Sitzungen, bot spontan an, dafür einen Betrag zur Verfügung zu stellen.

Er selbst ist mehrfach mit seinem Gartengrundstück in der Bahnhofsstraße Opfer von Sachbeschädigungen geworden. Vorerst will der Stadtrat diesen Weg nicht gehen, sondern hofft auf die abschreckende Wirkung der Kameras. "Der Jugendraum wird ohnehin nicht frei zugänglich sein, sondern nur geöffnet, wenn eine Aufsicht da ist", so Bürgermeister Roland Wolfrum (SPD).