Auch Bügeleisen haben Gefühle. Wieder so etwas, das ich in dieser Corona-Krisenzeit gelernt habe - und zwar kurz vor dem zweiten Lockdown vor Weihnachten. Es begab sich zu der Zeit, als dritter Advent war und ich meine Wochenration Bügelwäsche aufarbeiten wollte, dass es mir kometenhaft durchs Hirn schoss: Eigentlich wollte ich ja schon seit längerem ein neues Bügeleisen anschaffen angesichts des fortgeschrittenen Lebensalters und der doch etwas nachlassenden Heizleistung meines aktuellen Geräts. Der drohende, erneute Lockdown und meine Vorliebe dafür, Dinge im lokalen Handel statt im Internet zu kaufen, ließen mich zu meiner Familie sagen: "Ich muss schnell noch vor Mittwoch ein neues Bügeleisen besorgen."

Ich hatte gerade ein Hemd, einen Pullover und eine Hose geglättet. Doch kaum waren diese Worte ausgesprochen, merkte ich, dass meine weiteren Bemühungen von wenig Erfolg gekrönt waren, weil - und das ist kein Witz! - das Eisen trotz eingestellter Höchststufe immer lauer wurde und schließlich ganz erkaltete. Ich hatte es anscheinend tödlich beleidigt und seine letzten Lebensgeister mit meinen dahingeplapperten Kaufabsichten gar ausgelöscht.

Das alte Eisen fuhr ich zwei Tage später zur Elektroschrott-Annahmestelle, wo ich mich - Überraschung! - in eine lange Autoschlange von Entrümplern einreihen durfte. Sonst war ich dort praktisch immer allein. Aber dieser Nebeneffekt der Corona-Krise ist wieder ein anderes Thema...