Neuenmarkt
Eishockey

Rothemunds Traum von Olympia platzt wieder

Die Neuenmarkterin Yvonne Rothemund verpasst zum zweiten Mal das Ticket zu den Oympischen Winterspielen knapp.
Die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking finden ohne die Neuenmarkterin Yvonne Rothemund statt.
Die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking finden ohne die Neuenmarkterin Yvonne Rothemund statt. Foto: DEB/Linda Maier
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Kulmbach muss weiter auf seinen ersten Olympioniken bzw. die erste Olympionikin warten. Denn Yvonne Rothemund hat mit der deutschen Frauen-Eishockey-Nationalmannschaft nach 2017 erneut knapp das Ticket zu den Winterspielen verpasst. Nach dem 0:3 gegen Österreich und einem 4:1-Sieg gegen Italien reichte es beim Qualifikationsturnier in Füssen nur zu einem 2:1 (0:0, 2:1, 0:1)-Sieg nach Penaltyschießen gegen Dänemark. Nun fahren die Skandinavierinnen nach Peking.

Die deutschen Damen von Bundestrainer Thomas Schädler waren im ersten Duell gegen Österreich am Donnerstag nicht nur an der aggressiven Spielweise der Gäste gescheitert, deren Taktik, über Konter zum Erfolg zu kommen, voll aufging. Dem deutschen Team merkte man den großen Erfolgsdruck an, den es sich selbst machte. Lockerheit und Spritzigkeit blieben dadurch auf der Strecke, das deutsche Spiel wirkte verkrampft und statisch. Nach der verdienten 0:3-Niederlage gegen den Außenseiter aus dem Nachbarland war klar: jetzt helfen nur noch Drei-Punkt-Siege gegen Italien und Dänemark und passende Ergebnisse in den anderen Partien.

4:1 gegen Italien

Die Hoffnung erfüllte sich zunächst. Während am Samstag Dänemark gegen Österreich mit 1:0 gewann, besiegte Deutschland vor 500 Zuschauern im Bundesleistungszentrum in Füssen das italienische Team klar mit 4:1. Nicola Eisenschmid (4.), Lilli Welcke (30.), Marie Delarbre (48.) und Katarina Jobst-Smith (52.) erzielten die Treffer für das DEB- Team. Für Italien war Chelsea Furlani in der 25. Minute in Überzahl zum 1:1 erfolgreich, als Yvonne Rothemund wegen Beinstellens auf der Strafbank saß.

Nationalstürmerin Nicole Eisenschmid sagte: "Wir waren heute wesentlich ruhiger, haben mehr aufs gegnerische Tor geschossen und unsere Chancen besser genutzt."

Genau daran scheiterte Deutschland am frühen Sonntagnachmittag vor 565 Zuschauern gegen Dänemark. Dabei zeigten die Gastgeberinnen ihre stärkste Turnierleistung. Das Team um Kapitänin Julia Zorn wirkte spritzig, agierte zweikampfstark und dominierte das Geschehen. Nach einem torlosen ersten Drittel hielten die Tore von Tanja Eisenschmid (31.) und Lilli Welcke (35.) den Olympia-Traum am Leben. Dänemark hätte bei einem deutschen Sieg in der regulären Spielzeit Peking verpasst. Sollte Österreich im letzten Turnierspiel gegen Italien keine drei Punkte holen, dann würden die deutschen Damen im Frühjahr 2022 nach Peking fahren.

Doch Deutschland verpasst es fahrlässig, den Vorsprung auszubauen. Das bestrafte Marlene Frandsen mit einem Schuss von der blauen Linie kurz vor der Drittelpause zum 2:1.

Im letzten Drittel wurde Dänemark noch stärker. Doch erst ein von Anna-Maria Reich unglücklich abgefälschter Schuss ins eigene Tor bescherte Dänemark den Ausgleich. Das Team von Thomas Schädler ging weiter fahrlässig mit seinen Chancen um. Die größte hatte Nicola Eisenschmid, die mit einem satten Schuss nur das Tordreieck traf.

Als die Schlusssrine ertönte, rissen die Däninnen die Arme hoch - das Peking-Ticket war eingetütet. Über den anschließenden Sieg im Penaltyschießen, der nur noch statistischen Wert hatte, konnten sich die deutschen Nationalspielerinnen nicht mehr freuen. Im Gegenteil - es flossen viele Tränen.

Rothemunds letzte Chance?

Für die 29-jährige Yvonne Rothemund war es die zweite knapp verpasste Olympia-Chance nach 2017. Ob sie noch eine dritte bekommt? Gegen Dänemark kam die 126-fache Nationalspielerin aus Oberfranken kaum mehr aufs Eis, hatte sie doch Bundestrainer Thomas Schädler nach dem Italien-Spiel von der dritten in die vierte Reihe versetzt. Der haderte nach dem Dänemark-Spiel mit der Chancenverwertung: "Wir hätten die Führung im zweiten Drittel ausbauen müssen. Im dritten Drittel haben wir dann nicht mehr so den den Zugriff gehabt. Jetzt sind wir natürlich bitter enttäuscht, denn jeder wollte nach Peking."