MünchenWas Kellerkind Gießen 46ers am vergangenen Wochenende schaffte, blieb Basketball-Bundesligist Medi Bayreuth am Dienstagabend verwehrt - ein Überraschungscoup gegen den FC Bayern München. In einer vorgezogenen Partie des 29. Spieltags feierte der Titelmitfavorit einen 83:62 (44:29)-Erfolg und versetzte den zumindest noch theoretischen Hoffnungen des Korner-Teams auf das Erreichen der Play-offs einen Dämpfer.

Bundesliga, Männer

FC Bayern München - Medi Bayreuth 83:62 (18:19, 26:10, 17:18, 22:15)

"Wir müssen an unserem Maximum kratzen, um eine Chance zu haben. Aber das macht es spannend und interessant", sagte Bayreuths Coach Raoul Korner vor dem Gastspiel in München. Einmal war dies den Bayreuthern in dieser Saison bereits geglückt: In der Vorrundengruppe um den BBL-Pokal im vergangenen Oktober schlug Medi den FC Bayern mit 95:89, im Ligaspiel in der BBL-Hinrunde nahm das Trinchieri-Team dann mit 78:98 deutlich Revanche. Die Hoffnung auf eine erneute Überraschung hielt diesmal nur bis Mitte des zweiten Viertels an, als Kapitän Bastian Doreth letztmals ausgleichen konnte (26:26). Danach zogen die Münchner gegen immer fahriger agierende Bayreuther mit einem 18:3-Lauf bis zur Halbzeitpause (44:29) davon.

Tiby vor dem Spiel gestrichen

Vor allem das frühe dritte Foul gegen Dererk Pardon in der 14. Minute tat den Bayreuthern in dieser Phase weh, denn einerseits fehlte den Gästen der aus disziplinarischen Gründen nicht berücksichtigte Matt Tiby auf den langen Positionen (Korner: "Wer sein Ego über das Team stellt, der bekommt eine Denkpause"), andererseits knüpfte Andreas Seiferth nicht an seine starken Leistungen der vergangenen Wochen an. Defensiv war der Nationalcenter gegen die physisch starken Münchner zuweilen überfordert, offensiv gelang ihm vor der Pause lediglich ein Feldkorb bei sechs Versuchen. Zudem unterliefen ihm gleich drei Ballverluste. Und auch bei Frank Bartley, der im ersten Abschnitt neun Punkte fehlerfrei erzielte, kamen vor dem Seitenwechsel nur noch drei Fehlwürfe hinzu.

Bayreuth kurzzeitig wieder im Spiel

Mit einer Zonenverteidigung überraschten die Bayreuther die Hausherren nach der Pause kurzzeitig und reduzierten den Rückstand wieder in den einstelligen Bereich (39:48, 24.) - mehr gelang Medi aber nicht. Bayern-Coach Andrea Trinchieri beorderte seine beiden Besten, Paul Zipser und Jalen Reynolds, zurück auf das Parkett und die Münchner setzten sich vor der letzten Viertelpause erneut bis auf 61:47 (30.) ab.

Mit Aggressivität versuchten es die Gäste zum Start in den Schlussabschnitt, was jedoch außer schnellen fünf Fouls (33.) kaum etwas einbrachte. Ein Alley-Oop-Dunking von Reynolds ließ den frisch gebackenen Euroleague-Viertelfinalisten in der 35. Minute (74:53) erstmals mit mehr als zwanzig Punkten davonziehen. Die Partie war gelaufen und die Münchner brachten einen verdienten und souveränen 83:62-Erfolg über die Ziellinie. Dererk Pardon, der gegen die Physis der Bayern-Korbjäger am besten dagegenhielt, beendete die Partie als bester Bayreuther Werfer mit 18 Punkten bei einer Trefferquote von 71 Prozent und fünf Rebounds. Bei den Bayern ragten Zipser (19) und Reynolds (18) heraus.

"Verdienter Sieg für München"

"Wir hätten 40 Minuten Vollgas geben müssen, um hier etwas ausrichten zu können, das ist uns nicht gelungen und somit geht der Münchner Sieg in Ordnung", fasste der Bayreuther Shooting Guard Kay Bruhnke nach dem Spiel zusammen.

Medi Bayreuth: Pardon (18), Wenzl, Jalalpoor, Bruhnke (4), Do-reth (5/1), Seiferth (8), Jones (4), Walker (4/1), Bartley (11/1), Olisevicius (8)