Motorrad- Sternfahrt, Bierfest, Altstadtfest - alles abgesagt. Und jetzt auch noch der Kulmbacher Triathlon. Die Zeit ist scheinbar noch nicht reif für Massenveranstaltungen. Und das, obwohl das Impf-Tempo endlich in Schwung gekommen sind und deutschlandweit fast jeder Dritte schon Antikörper gegen das Corona-Virus im Blut hat. "Das ist schon schade, wir bedauern die erneute Absage sehr", sagt Benedikt Deichsel, der gemeinsam mit seinem Bruder Kilian 2019 die Organisation des traditionsreichen Kulmbacher Triathlons übernommen hat.

Doch ihr überaus erfolgreiches Debüt - 414 Einzelstarter und 44 Staffeln sorgten für einen Teilnehmerrekord - blieb bislang eine Eintagsfliege. Denn die aufkommende Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 überraschte die Organisatoren mitten in den Vorbereitungen und zwang sie schnell zur Absage des für Ende Juni geplanten 38. Kulmbacher Triathlons, der inzwischen nur noch rund um den Trebgaster Badesee ausgetragen wird.

Keine Genehmigung

Dass es aber zum zweiten Mal in Folge nichts mit einer zentralen Veranstaltung werden würde, damit haben die Deichsel-Brüder allerdings nicht gerechnet: "Noch im Herbst 2020 waren wir fest davon überzeugt, unseren Triathlon heuer normal durchführen zu können. Aber durch die vielen und sich ständig ändernden Einschränkungen haben wir kaum eine Möglichkeit, den Triathlon als Präsenzveranstaltung zu planen. So können wir beispielsweise bis heute nicht sagen, ob, wann und in welcher Form der Trebgaster Badesee im Juni geöffnet sein wird", erklärt Benedikt Deichsel.

Dabei hatten sie ihr Konzept noch einmal angepasst, um die Ansteckungsgefahr unter den Sportlern so gering wie möglich zu halten. "Wir wollten die Triathleten nicht wie üblich in Gruppen, sondern einzeln starten lassen. Außerdem hätte es Abstandsregeln gegeben." Dennoch gab es kein grünes Licht durch das Landratsamt, denn für größere Veranstaltungen über 50 Personen im Außenbereich gibt es noch keine Richtlinien.

Dass sich trotz der unsicheren Situation mehr als 100 Sportler für den Triathlon angemeldet hatten, freut Benedikt Deichsel. Er spricht von einem großen Vertrauensbeweis und sagt: "Daran sehen wir, dass unsere Triathleten sehnsüchtig auf einen Wettkampf warten."

Jeder startet für sich

Deshalb wollten die Deichsel-Brüder den Triathlon 2021 auch nicht ersatzlos streichen, sondern die Sportler animieren, die drei Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen individuell zu absolvieren. Wie der virtuelle Wettkampf funktioniert, erklärt Benedikt Deichsel: "Man meldet sich auf unserer Internetseite an und bekommt seine Startnummer zugeschickt. Dann absolviert jeder die drei Disziplinen auf selbstgewählten Strecken."

Doch wo soll man schwimmen, wenn Ende Juni Schwimmbäder oder Badeseen immer noch geschlossen sind? Benedikt Deichsel weiß um das Problem. "Dann kann man das Schwimmen durch eine zweite Laufstrecke ersetzen." Die Disziplinen müssen aber zwischen dem 25. und 27. Juni absolviert werden. Allerdings kann man die Strecken auf alle drei Tage aufteilen. "Anschließend wird die eigene Zeit in unserem Portal hochgeladen und jeder kann sich seine Urkunde selbst ausdrucken."

Wer zusätzlich noch ein Finisher-Foto mit der Startnummer hochlädt, der nimmt an einer Verlosung von Sachpreisen teil. Anmeldungen für den virtuellen Triathlon sind auf der Internetseite

tennetpowertriathlon.eu möglich

Auch Kinder dürfen mitmachen

Beim virtuellen Triathlon sind auch die Jüngsten zum Mitmachen eingeladen. "Wir wollten auch Kinder mitmachen lassen, damit sie ein Ziel haben, auf das sie hintrainieren können", sagt Benedikt Deichsel, selbst Vater von drei Kindern und Sportlehrer. "Gerade die Kleinsten unter uns leiden am meisten unter den Corona-Einschränkungen", weiß er. Preise gibt es auch. Die drei größten Kinder-Teams oder Schulklassen werden prämiert.