In der Pressemitteilung heißt es wörtlich: "Der Aufsichtsrat der Baugenossenschaft Kulmbach und Umgebung eG hat deren langjährige Mitarbeiterin, die Bankkauffrau Silke Eber, mit sofortiger Wirkung zum Vorstand bestellt. Gemeinsam mit dem amtierenden Vorstand Udo Petzoldt stellt sie nunmehr das Führungsteam der Baugenossenschaft dar.

Damit hat der neu konstituierte Aufsichtsrat gleichzeitig die Lücke geschlossen, die durch den Rücktritt des langjährigen Vorstands Horst Hübner entstanden ist.

Silke Eber ist gebürtige Kulmbacherin und hier fest verwurzelt. Ihre fachlich qualifizierte Arbeit wird von Mietern und Mitgliedern der BG geschätzt. Bei den Mietern gilt sie als Ansprechpartnerin schlechthin. Das Einsetzen für die Belage der Mieter zeichnet sie genauso aus wie ihre hohe fachliche Kompetenz.

Aufsichtsratsvorsitzender Gerhard Götz zeigte sich deshalb überzeugt, dass mit Silke Eber die richtige Wahl getroffen ist und die Baugenossenschaft Kulmbach in ein gute, erfolgreiche und auch ruhige, von Querelen unbeeinflusste, Zukunft steuert."

Allerdings steht aktuell nicht fest, ob die Entscheidung Bestand hat. Der neue Aufsichtsrat, der sich am 14. Dezember 2020 zum erstenmal getroffen hatte, war von einer Vertreterversammlung Ende November des vergangenen Jahres gewählt worden. Dagegen geht die bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Inge Aures allerdings juristisch vor. Sie hat Mitte Dezember beim Landgericht Bayreuth - Kammer für Handelssachen - Klage gegen Vorbereitung und Ablauf der Vertreterversammlung eingereicht.

Clemens Haseloff, Pressesprecher des Landgerichts, bestätigte am 7. Januar gegenüber der Bayerischen Rundschau offiziell den Eingang der Klage. Das Verfahren dort läuft seinen Angaben zufolge ab wie ein Zivilverfahren - allerdings sind neben einem hauptamtlichen zwei ehrenamtliche Richter beteiligt, die wie Schöffen fungieren und die die Industrie- und Handelskammer vorgeschlagen hat.

Nach der Klagezustellung hat die Beklagte die Möglichkeit zu einer Klageerwiderung, dann die Klägerin zu einer Replik. Am Ende des schriftlichen Verfahrens steht eine Verhandlung, sofern sich die Parteien zuvor nicht gütlich geeinigt haben.

Auch in der Verhandlung werde nochmals eine gütliche Einigung angestrebt, so Haseloff. Komme die nicht zustande, falle ein Urteil.

Erst danach steht fest, dass die Wahl des Aufsichtsrats und damit auch dessen Entscheidungen gelten. Aus der Erfahrung heraus - so Pressesprecher Haseloff - sei mit einer Dauer des Verfahrens von zwischen sechs und neun Monaten auszugehen.