Fabio Turdi aus Mainleus hat den Design-Wettbewerb "Die gute Form" gewonnen. Der Mainleuser hat einen zweifarbigen Schreibtisch für sich selbst gebaut.
Die Gesellenprüfung zu bestehen, ist eine Sache. Doch beim Schreiner-Wettbewerb "Die gute Form" geht es - unabhängig vom Ergebnis bei der Gesellenprüfung - nicht nur um fachliches Know-how, sondern auch um eine gute Idee. "In der Ausbildung steht Funktionalität im Mittelpunkt. Erst am Ende der Lehrzeit kommt eine eigene Formensprache ins Spiel", erklärte Burkard Schneider von der Berufsschule
Kulmbach. Aus diesem Grund präsentierten die Schreiner in der Berufsschule in Kulmbach ihre schönsten Arbeiten.
"Die Schüler haben 80 Stunden und mehr an den Werkstücken gearbeitet. Zwei Wochen harte Arbeit steckt hinter jedem, der ein Objekt zeigt", sagte der Leiter des beruflichen Schulzentrums, Alexander Battistella. Battistella, selbst gelernter Schreiner, zollte den Ideen, die die Schüler in diesem Jahr präsentierten großen Respekt. Denn jedes einzelne Werkstück hatte eine Besonderheit.
"Es geht bei den Ausstellungsstücken nicht um Funktionalität, sondern darum, ob das Stück der Jury ins Auge sticht, ob die Idee überzeugen kann", erklärte Michael Pfitzner vom Arbeitskreis Schule-Wirtschaft. In diesem Jahr fiel das Votum der zwölfköpfigen Jury eindeutig aus. Das Rennen machte Fabio Turdi aus Mainleus. Er gewann damit den Preis der Schreinerinnung in Höhe von 150 Euro. Fabio Turdi, der bei Kameleon Raumkonzepte in Mainleus gelernt hat, hat einen Schreibtisch aus Esche und Nussbaum gefertigt. Der Schreibtisch ist klein, hat ein Extra-Fach für den Computer. Fabio Turdi hat die einzelnen Teile mit Schwalbenschwanzzinkung verbunden. Die Oberfläche bekommt durch den Einbau einer dunklen Holzfläche ihren Reiz. "Ich habe eine Verbindungstechnik angewendet, wie sie normalerweise beim Bau von Türen verwendet wird", erklärte Fabio Turdi.
Eine Kommode von Mama
Auf Platz zwei kam Paula Christoph aus Wirsberg. Sie hat für ihre kleine Tochter Tabea eine Drachen-Kommode gebaut. "Ich habe die Kommode sehr einfach gehalten. Sie hat zwei Schubladen, Türen und richtig viel Platz für Klamotten", sagte Christoph bescheiden. Tabea jedenfalls findet das Möbelstück prima. Vor allem der Drache gefällt der Kleinen. Paula Christoph hat bei Renova in Stadtsteinach gelernt und wurde mit 100 Euro, gestiftet von der Schreinerinnung Kulmbach, ausgezeichnet.
Auf Platz drei beim Wettbewerb kam Matthias Feidner aus Thurnau, der bei der Holzschmiede gelernt hat. Er erhielt für seine außergewöhnliche Truhe den Preis des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft (in Höhe von 75 Euro). Die Truhe hat die Höhe eines Nachtkästchens. Sie ist aus hellem und dunklem Massivholz gefertigt. Der Clou an dem raffinierten Werkstück ist, dass die innere Kiste herausgenommen werden kann, zeigte Feidner.
Belobigungen beim Wettbewerb "Die gute Form" bekamen Hannes Fuchs aus Kulmbach (gelernt bei der Schreinerei Norbert Wagner in Katschenreuth) und Annika Landskron aus Neuenmarkt (gelernt bei Ralf Bodner in Neuenmarkt). Die Belobigungen wurden von den Fördervereinen der Berufsschule Kulmbach und der Berufsschule Fassoldshof zur Verfügung gestellt.
Bei der Preisverleihung vertrat Christina Flauder den Landkreis Kulmbach. "Die Schreiner gehen wie Künstler an ihr Werk. Wichtig ist, was am Ende herauskommt", sagte Flauder. Bürgermeister Ralf Hartnack würdigte die Arbeiten und die vielen verschiedenartigen Designideen. "Die Teilnehmer haben gezeigt, was man aus dem Werkstoff Holz machen kann. Es ist eindrucksvoll", so Hartnack.