Die Straße An der Leite mitten in Rugendorf ist eine Ortsstraße wie jede andere. Zumindest fast. Vor etwa 50 Jahren wurde sie mehr oder minder provisorisch befestigt, allerdings nicht durchgehend asphaltiert. Zurzeit soll sie nur von Anliegern befahren werden. Darauf weist ein Verkehrsschild hin.

Mittlerweile jedoch staubt die Straße gehörig, die wassergebundene Oberfläche reißt immer wieder auf, private Reparaturen überdauern nur ein paar Tage. Das bestätigten Anwohner dem Gemeinderat am Montagabend.

Wie eine Ersterschließung

Hermann Dippold hatte deshalb beantragt, die Straße zu asphaltieren. Die Vorstellungen, wer das bezahlen soll, gingen in der Sitzung allerdings auseinander. Wie Bürgermeister Gerhard Theuer erläuterte, sei die Asphaltierung "beitragsrechtlich" nämlich keine Sanierung einer bestehenden Straße, sondern ein Straßenneubau zur Ersterschließung des Wohngebiets um die Leite. Deshalb müssten die "Kosten von 90 Prozent des beitragsfähigen Aufwands" auf die Anwohner umgelegt werden - genauso wie in jedem anderen Baugebiet auch.

Die Gemeinde wolle die Anwohner mit den Baukosten zwar nicht belasten, müsse dies aber tun, um die Häuslebauer in den anderen Baugebieten nicht zu benachteiligen.

Zum Kostenrahmen hatte VG-Verwaltungsleiter Florian Puff Vorabinformationen eingeholt. Demnach koste allein der Asphalt für die 125 Meter lange Straße etwa 30 000 Euro, hinzu kämen 10 000 Euro für die Wasserführung. "Das reicht sicher nicht aus", erklärte Martin Weiß. In seiner Zeit als Bürgermeister habe er vor etwa zwölf Jahren den Ausbau der Straße schon einmal kalkulieren lassen. 58 000 Euro seien ihm damals genannt worden, und das ohne Ingenieurleistung und ohne Entwässerung. Er habe deshalb seinerzeit von diesem Projekt Abstand genommen.

"Ein Drama"

Hinzu käme die Frage, ob im gleichen Zug nicht auch die Kanalisation unter der Straße gemacht werden müsse. Warum man um 125 Meter Straße so "ein Drama" mache, wollte einer der in der Sitzung anwesenden Anwohner wissen. An der Straße sei schließlich 50 Jahre nichts gemacht worden.

Dippold warf ein, dass die Straße an einigen Stellen ja schon eine Teerdecke habe, "wer auch immer das gemacht hat". Die könnte man doch vervollständigen - "und fertig". In diese Richtung argumentierte auch ein weiterer Gast, der vorschlug, dass die Anwohner mit dem Bauhofs selbst Hand anlegen könnten.

An ein ähnliches Vorhaben erinnerte dazu Martin Weiß: Im Ortsteil Zettlitz hätten Anwohner gemeinsam ihre Straße instandsetzen wollen. Allerdings habe einer nicht mitmachen wollen. Damit sei das Projekt vom Tisch gewesen. Um zu einem Ziel zu kommen, schlug ein Zuhörer vor, dass sich sämtliche Anwohner zunächst einmal privat treffen und abklären sollten, ob man die Straße in Eigenregie herrichten oder einen Neubau mit den damit verbundenen Kosten haben wolle.

Gleichzeitig wird die Verwaltung einen genauen Kostenvoranschlag bei einem Straßenbauer einholen. Sobald Meinungen und Daten vorliegen wird sich der Gemeinderat wieder mit der Verbesserung der Straße "An der Leite" befassen.

Landwirte können Stromkosten sparen

Im weiteren Verlauf beschloss der Gemeinderat, zum Teil auf die Konzessionsabgabe für die Stromabnahme für Landwirte zu verzichten. Die gilt jedoch nur bei einem Bezug von mehr als 4000 Kilowattstunden im Jahr und nur auf Antrag. Im Jahr 2019 beliefen sich die daraus resultierenden Mindereinnahmen für die Gemeinde auf 1897 Euro.

Mit der Fundtierversorgung soll auch diesem Jahr der Tierschutzverein Kulmbach beauftragt bleiben. Die 50 Cent pro Einwohner summieren sich auf 475,50 Euro. Mit neun zu vier Stimmen lehnte das Gremium einen Antrag von Johannes Heyl ab, der vorgeschlagen hatte, den Beitrag auf einen Euro zu verdoppeln, da die Tierheime derzeit vor allem mit abgegebenen Hunden verstärkt belastet sind. Elisabeth Schmidt-Hoffmann argumentierte, dass es jedem frei stehe, sich privat weiter im Tierschutz zu engagieren.

Notkommandanten bestellt

Des Weiteren beschloss der Gemeinderat, coronabedingt Notkommandanten für die Feuerwehr Zettlitz zu bestellen. Bis zu einer Neuwahl bleiben Kommandant Tobias Landa und sein Stellvertreter Ralf Witzgall im Amt. Abschließend teilte der Bürgermeister mit, dass Rugendorf aus dem Sonderprogramm für Kneippanlagen des Freistaats 18 000 Euro für die Verbesserung der Anlage am Badeweiher erhält.