Ein Kunstgenuss der besonderen Art war das Jubiläumskonzert der Hornisten des Bayreuther Festspielorchesters unter der Leitung von Michael Lösch auf Schloss Wernstein. Die acht Musiker hielten sich an das Motto "Romantik pur" und boten eine technisch brillantes Programm, nur das Wetter spielte nicht so mit wie erhofft.
Waren es bis zur Pause immer nur vereinzelte Tropfen, so setzte danach ein leichter Dauerregen ein, der der guten Stimmung im Schlosshof allerdings überhaupt keinen Abbruch machte. Die rund 400 Besucher hatten sich längst mit Regen- oder großen Sonnenschirmen ausgestattet - und der große Lindenbaum an der Schlossbühne spendete den Hornisten ausreichend Schutz.


"Wahnsinnig anstrengend"


Michael Lösch hatte das Musikprogramm zum fünften Schlosskonzert wieder mit sehr viel Einfühlungsvermögen zusammengestellt.


"Es war wieder wahnsinnig anstrengend, aber wie immer ein phantastische Atmosphäre. Ich hatte super Kollegen, jeder hat wieder sein Bestes gegeben. Leider hat das Wetter nicht ganz mitgespielt, aber die Besucher haben sich nach der Pause darauf eingestellt", sagte Lösch am Ende der Veranstaltung erschöpft, aber zufrieden.

Es wäre nicht schön gewesen, wenn man in die Festscheune umgezogen wäre, so der musikalische Leiter. Am Ende seien lediglich die Noten ein bisschen nass geworden.

Nach nur zwei Proben und einer Generalprobe schafften es die acht Hornisten, die die Werke von großartigen Komponisten wie Georg Friedrich Händel, Richard Wagner, Anton Bruckner, Giacomo Puccini, Giovanni Gabrieli oder Edward Elgar mit einer geradezu spielerischen Leichtigkeit darzubieten.


Das Urteil eines Stammgasts


Der aus Schwarzach stammende Kirchenmusiker und frühere Sport- und Musiklehrer Kurt Nagel, der seit Jahren zu den Stammgästen des Schlosskonzerts gehört, brachte die Leistung der Berufsmusiker auf den Punkt: "Dieses Spitzenensemble ist durch nichts und niemanden zu toppen. Einfach großartig."

Michael Lösch ist seit 1993 mit wenigen Ausnahmen Stammhornist bei den Wagner-Festspielen in Bayreuth. Er erzählte der BR, wie er einst zu seinem Instrument fand: "Ich wurde auf dem Gymnasium in Kaiserslautern von meinem Musiklehrer gefragt, ob ich keine Lust hätte, ein Instrument zu lernen, ich sei doch gut in Musik. Es wurde gerade ein Horn von der Schule frei und ich sagte nur Okay. Das war's!" Später habe ihn sein Lehrer dann gefragt, ob er keine Lust habe, Musik zu studieren? Wieder habe er Okay gesagt. "Sonst wäre ich heute Werkzeugmacher bei Opel".

Neben Michael Lösch wirkten noch Paolo Mendes, Thomas Ruh und Ingo Klinkhammer sowie David Brox, Cakar Ozan, Stephan Willi und Francois Bastian mit. Den Orchestergraben am Grünen Hügel vertauschten die Hornisten wieder mit der Holzbühne im Innenhof des Wernsteiner Schlosses. Der Tradition der bisherigen Konzerte folgend, wurde das Konzert mit der "Maisel"-Fanfare eröffnet.

Neben den klassischen Werken wagten sich die Hornisten auch an Filmmusik-Klassiker wie "Star Wars".


Kritische Worte


Es gab aber auch kritische Worte. So meinte Bettina Will aus Feuln: "Ich habe drei Punkte, die mir nicht gefallen haben. Man versteht den Ansager nicht, die Bedienungen während der Konzertzeit waren unruhig und auch das Auf und Ab an derTreppe hat mich ungemein gestört." Matthias Fröhlich aus Harsdorf dagegen lobte das Ambiente im Schlosshof. Und der Fölschnitzer Horst Ramming kam zum Ergebnis: "Das sind Klänge für die Seele und das ist eine Musik, die geht ins Herz."