Roman Söllner ist ein Tausendsassa. Die Bühne hat ihm immer viel bedeutet. Deshalb begann er nach dem Abitur am Caspar-Vischer-Gymnasium auch eine Ausbildung als Tänzer. Sechs Jahre lang war Roman Söllner als professioneller Tänzer in New York und den Metropolen der Welt unterwegs. "Aber mit Ende 20 musste ich aus gesundheitlichen Gründen aufhören", erzählt Söllner.

Er machte eine Ausbildung zum Massage-Therapeuten, verdient in seiner Praxis auch damit sein Geld. Die Liebe zur Bühne hat Söllner allerdings nie losgelassen. "Vor zehn Jahren habe ich dann einfach aus einer Lust heraus angefangen, Gesangsunterricht zu nehmen", erzählt der ehemalige Untersteinacher. Und inzwischen ist er so perfekt, dass er Konzerte gibt.

Söllners Leidenschaft sind deutsche Chansons. "Ich habe deutsche Chansons aus fast hundert Jahren Musikgeschichte ausgesucht", sagt Söllner.
"Ich möchte mich nämlich nicht auf eine Epoche festlegen", sagt er. Und eins stellt Söllner gleich klar: "Ich singe nicht ,Der kleine grüne Kaktus'", lacht er.


Lieblingskomponist Hollaender

Roman Söllners Lieblingskomponist ist Friedrich Hollaender. Hollaender hat sich mit dem legendären Marlene-Dietrich-Titel "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" einen Namen gemacht.

Doch er hat noch viel mehr Lieder im Repertoire, die auch heute noch ihren Reiz haben. "Seine Lieder sind sozialkritisch, frech, witzig - das gefällt mir", erzählt Söllner. Im Berliner Musikarchiv hat sich Roman Söllner gezielt auf die Suche nach den alten, heute ein bisschen vergessenen Liedern Hollaenders gemacht - und er wurde fündig.


Verlag in London


"Ich habe dann, wegen der Rechte an Hollaenders Tochter in Los Angeles geschrieben. Und die hat mir geholfen", erzählt er. Inzwischen hat er einen Verlag in London ausfindig gemacht, der Hollaenders Lieder in deutscher Sprache verlegt hat - und im Berliner Archiv hat er Kopien von den Originalhandschriften machen dürfen.
"Mit meinem Pianisten Michael Hübner habe ich einen echten Glücksgriff gemacht. Denn der spielt auch die Handschriften vom Blatt", verrät Söllner und zeigt Notenblätter, die ziemlich unübersichtlich aussehen.

Doch das kann den bekennenden Chanson-Fan nicht abhalten, Lieder wie die "Kleptomanin" und andere Hollaender-Titel bei seinen Auftritten zu Gehör zu bringen. Auch Georg-Kreisler-Lieder wie "Tauben vergiften im Park" oder "Als der Zirkus in Flammen stand", und andere deutsche Chansons, die man sonst nur selten hört, singt Söllner. Dass Roman Söllner in Untersteinach ankommt, hat er mit seinem Auftritt bewiesen - die frechen und teils auch ziemlich bösartigen Texte der deutschen Chansons gefallen dem Publikum in dem fast schon überfüllten Kantorat.

Roman Söllner hat übrigens noch einen anderen Beruf: Er betreibt Märchenforschung und hält auch über diese Tätigkeit Vorträge und Seminare. Und wer übrigens mehr von Roman Söllner hören will, wird auf Youtube im Internet recht schnell fündig.