Ein Sommer ohne Früchte und Gemüse wäre für Regina Burkhardt (50) eine traurige Angelegenheit. Denn während andere Urlaub machen, vergnügt sich Regina Burkhardt damit, Vitamine für den Winter zu konservieren. "Wir fahren immer erst später in Urlaub - Anfang September, wenn die größte Arbeit vorbei ist."

"Das Haltbarmachen gehört für mich einfach dazu. Eigentlich schon immer", erklärt Regina Burkhardt, betont aber, dass sie eigentlich gar nicht so einen großen Garten hat. Denn in der Schübelsmühle ist es zu kalt. Erdbeeren und andere Früchte, die es warm lieben, kauft sie zu. Und zum Beweis gewährt sie einen Blick in ihre Schatzkammer: Im Keller der Schübelsmühle füllen sich die Regale von Tag zu Tag mehr. "Das machen hier doch alle. Wir tauschen auch oft in der Nachbarschaft Rezepte aus", erläutert die 50-Jährige.


In einem wahren Arsenal an Flaschen wartet dort Holundersaft, der im Frühsommer 2013 geerntet worden ist, getrunken zu werden. "Wir haben schon Hugo getrunken, da wusste noch niemand, was das eigentlich ist", amüsiert sich Regina Burkhardt.

Regina Burkhardt, ihres Zeichens Fachlehrerin beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kulmbach, hat auch bereits Erdbeermarmelade und Himbeermarmelade für den Winter eingekocht. Es gibt Quittenchutney und Zucchini süß-sauer mit Curry, Knoblauch und Paprika. Auch Kürbisse - süß-sauer eingemacht als Nachtisch pur oder als fruchtige Reserve für die kühlen Wintermonate - stehen auf den Regalen. "Natürlich macht das Arbeit, aber eigentlich mache ich das alles, um Zeit zu sparen. Ich liebe es, einfach in den Keller zu gehen und zugreifen zu können", verrät Regina Burkhardt und gibt einen besonderen Trick preis: Nicht jedes Mal, wenn Himbeeren reif sind, werden die Früchte gleich zu Marmelade. "Ich gefriere die Himbeeren oft ein - und bei Erdbeeren mache ich da auch so - und verarbeite sie dann oft erst im Herbst oder im Winter.

Beim Gelierzucker setzt sie auf die 2 zu 1-Variante mit weniger Zucker. Sie selbst hat die puren Sorten für sich und die Familie neu entdeckt. Nur bei Süßkirschen macht sie eine Ausnahme. "Da muss noch was dazu - Johannisbeeren oder so", erklärt sie. "Ich verarbeite jedes Jahr mindestens zehn bis 15 Kilo Früchte", zieht Regina Burkhardt eine grobe Bilanz. Und am Ende des Winters ist alles weg.


Der größte Schatz

Wie zum Beweis holt Regina Burkhardt aus dem hintersten Winkel ihr größtes Schätzchen hervor: Etwas ganz anderes, selbst eingekochtes Blaukraut. Das wird nach dem geheimen Rezept von Cousine Elsa zubereitet. "Die Oma hat mal ein Glas mitgebracht. Wir fanden das Kraut so gut, dass wir kein anderes mehr mochten.

Seitdem - und das ist schon mindestens zehn Jahre her - mache ich immer selbst Kraut ein. Schon von der Farbe ist das einfach ganz anders. Das Kraut nach Elsas Art hat genau die richtige Würze. Es ist so harmonisch", schwärmt Regina Burkhardt.


Elsas Blaukrautrezept

Zutaten:
1 Kilogramm Kraut
100 Milliliter Essig
20 Gramm Salz
100 Gramm Zucker
ein Schuss Wasser


Zubereitung:

Kraut fein hobeln, lagenweise mit Salz bestreuen und leicht stampfen. Über Nacht stehen lassen.
Essig, Wasser und Zucker aufkochen, so dass sich der Zucker komplett auflöst. Noch heiß über das gesalzene Kraut gießen. Alles gut durchkochen. Kraut in Gläser füllen. 45 Minuten bei 98 Grad einkochen.