Druckartikel: Pünktlichkeit ist eine Zier ...

Pünktlichkeit ist eine Zier ...


Autor: Rebecca Vogt

Kulmbach, Donnerstag, 04. Juli 2019

Warum fahre ich eigentlich Bahn? Das frage ich mich - Berufspendler - beinahe jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit. Und abends auf dem Nachhauseweg.
Für Reisende und Pendler wird die Fahrt mit der Bahn oft zur Geduldsprobe. Foto: Archiv/Stephan Grossmann


Die Frage drängt sich mir immer dann brennend heiß auf, wenn der Zug, in dem ich sitze oder auf den ich warte, mal wieder Verspätung hat, aus unerfindlichen Gründen immer langsamer fährt, auf freier Strecke einfach anhält oder gleich ganz ausfällt.

Nicht falsch verstehen. Eigentlich fahre ich gerne mit der Bahn. Relativ umweltfreundlich und bequem kommt man so ohne große Anstrengung an sein Ziel. Also eigentlich. In der Theorie. Wenn die Bahn denn pünktlich fährt. Was gefühlt so gut wie nie der Fall ist. Warum eigentlich schafft die Bahn das einfach nicht? Immerhin heißt es immer, wir Deutsche wären so pünktlich.

Verbesserungen - nicht nur in Sachen Pünktlichkeit - soll dem Konzern zufolge die neue Strategie "Starke Schiene" bringen. Der vielfach leidgeprüfte Bahnfahrer zieht angesichts dieser Meldung jedoch allenfalls zweifelnd eine Augenbraue nach oben. Erst diese Woche hat es mich wieder erwischt - eine doppelte Signalstörung. Erst auf der Strecke von Bamberg nach Lichtenfels. Dann von Lichtenfels nach Kulmbach. Ergebnis: 20 Minuten Verspätung.

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Dass es auch anders geht, hat mir 2016 ein Vorfall auf der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Würzburg gezeigt. Frisch aus dem Urlaub zurück und auf Heimreise gen Franken, schallte es plötzlich durch den Zug: "Meine Damen und Herren, bitte erschrecken Sie nicht, ..." Die Einleitung ließ schon das Schlimmste befürchten. "... aber wir erreichen Göttingen heute 15 Minuten früher als geplant."

Kein Scherz, auch das geht mit der Bahn. Wie dem Lokführer dieses Kunststück gelang, blieb allerdings sein Geheimnis. Vielleicht verrät er es ja den Strategie-Verantwortlichen.