Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich mich bei der Parkplatzsuche in Kulmbach ärgere! Nicht etwa, weil es zu wenig Stellflächen gäbe. Ganz im Gegenteil: Egal, wo man mit dem Auto unterwegs ist - in der Regel muss man in anderen Städten wesentlich weiter zu Fuß zu gehen, um seine Besorgungen machen zu können, und deutlich mehr dafür bezahlen.

Nein, mein Zorn richtet sich nicht gegen die Stadt, sondern gegen die Autofahrer. Natürlich nicht gegen alle, sondern gegen eine ganz spezielle Sorte - den Typus, der glaubt, er wäre allein auf der Welt.

Dessen Vertreter stellen ihre Fahrzeuge mit großzügigem Abstand zum nächsten Fahrzeug in die Reihen. Die Markierungen auf dem Boden sehen sie bestenfalls als unverbindlichen Vorschlag an, nicht als Begrenzung, die man einhalten sollte.

Gesittet geht es noch auf dem Eku-Platz zu. Da fürchtet die Mehrheit vielleicht noch, ein Ticket zu kassieren. Etwas laxer ist die Moral auf den Parkplätzen der Supermärkte: Zum Ein- und Ausladen gönnt sich mancher gerne Extra-Raum - auf Kosten derer, die sich kaum noch in die verbleibenden schmalen Lücken quetschen können. Und was nützt selbst die größte Geschicklichkeit beim Rangieren, wenn man dann die Tür nicht mehr aufkriegt?

Komplett lose Sitten herrschen auf dem kostenlosen Parkplatz am Schwedensteg. Versuchen Sie mal an einem beliebigen Vormittag, sich dort hinzustellen. Halbe Lücken gibt es wie Sand am Meer, aber wer fährt schon das dazu passende halbe Auto? Dasselbe gilt übrigens für die Tiefgarage: Der Automat an der Schranke spuckt bereitwillig ein Kärtchen aus, der dafür gedachte Stellplatz ist aber nicht benutzbar.

Absicht oder nur Gedankenlosigkeit? Vermutlich kommt beides vor. An beide Gruppen deshalb die Bitte: Parkt anständig! Dann reicht der Platz für (fast) alle.